Kinopolis Landshut: Mehr Luxus vor der Leinwand

Das Kino saniert in großem Stil: Neben 800 neuen normalen Sesseln gibt es nun auch 110 Premiumsitze - mit mehr Beinfreiheit und kleinen Tischen.
| Claudia Hagn
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Kino-Chef Michael Wohlgemuth in einem der bereits fertig installierten Premiumsitze. Sie sind aus Leder, können leicht zurückgeklappt werden und haben eine Fußstütze sowie kleine Tische integriert.
Kino-Chef Michael Wohlgemuth in einem der bereits fertig installierten Premiumsitze. Sie sind aus Leder, können leicht zurückgeklappt werden und haben eine Fußstütze sowie kleine Tische integriert. © Christine Vinçon

Landshut - Es wird gehämmert, geklopft, gebohrt und geklebt: In Saal 6 des Kinopolis im CCL sind die Handwerker schwer am Arbeiten.

Renovierung im großen Stil

Noch ist der Saal in einem quasi Rohbau-Zustand, die Sitze fehlen komplett, ebenso muss noch in Teilen neuer Boden gelegt werden. Nebenan, im Kino 7, sind die Handwerker schon fast fertig: Dort kann man bereits das sehen, was in den vergangenen Wochen passiert ist: Das Kinopolis hat in großem Stil renoviert.

Bald gibt es über 100 Premiumsitze

In den Kinos 4, 6 und 7 sind bald insgesamt 110 Premiumsitze zu finden. Sie sind mittig in den Sälen platziert, stehen auf einem Boden aus Holzoptik, sind aus Leder gefertigt, können leicht zurückgeklappt werden, haben eine Fußstütze und einen kleinen Tisch samt Getränkehalter integriert. "In den kleinen Sälen haben wir auch insgesamt 800 Stühle ausgetauscht", sagt Kino-Chef Michael Wohlgemuth.

"Man muss nach vorne schauen"

Und das, wo man die aktuelle Kinolandschaft durchaus als gebeutelt bezeichnen könnte. "Aber man muss nach vorne schauen. Wir glauben an Kino, an unser Produkt und da muss man auch in der Krise, in schlechten Zeiten, investieren", sagt Wohlgemuth mit Nachdruck beim AZ-Besuch im fast fertig sanierten Kinopolis.

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(Fast) alles neu

Neben den neuen Kinosesseln wurde auch der Teppich erneuert, ebenso die Beleuchtung an den Stufen, zudem sollen bald die WC-Bereiche folgen. Bereits vor der Pandemie wurde die Idee mit der Sanierung geboren, dann pausierten die Pläne kurz, jetzt wurden sie umgesetzt. 2003 hat das Kinopolis eröffnet, Premiumsitze gab es noch nie. Auf den normalen Eintrittspreis werden vier Euro aufgeschlagen, wenn man sie nutzen will.

Starke Konkurrenz für Kinobetreiber

Kino verändere sich seit Jahren und natürlich hätten während der Pandemie die Streaming-Dienste eine ganz andere Dynamik erfahren. Kinos stehen in starker Konkurrenz zu Netflix, Amazon Prime und Co. - und müssen sowie wollen mit einem verbesserten Angebot dagegen halten. Denn auch die sogenannten "Auswertungsfenster" der Film-Verleiher - also die Zeit zwischen der exklusiven Vorführung im Kino und der im Streaming - verkürzten sich.

Deshalb will Wohlgemuth gemeinsam mit seinem Team ein Erlebnis im Kino für die Besucher schaffen - das geht über verbesserte Sitze, über neue Angebote wie Konzerte, Dokumentationen und Co. und auch Elemente wie zum Beispiel Bedienung am Platz. Das ist noch Zukunftsmusik im Kinopolis - aber vielleicht nicht mehr allzu weit entfernt.

Für große Kino-Blockbuster, die die Verleiher nach wie vor liefern, sei die große Leinwand nach wie vor unersetzbar, Stichwort Effekte, Sound und Ähnliches. "Aber es ist auch etwas anderes, mit vielen Menschen gemeinsam einen Film zu schauen und nicht nur allein auf der Couch", ist Wohlgemuth sicher.

Von Bond bis Oper aus New York

Im Juli, nach dem erneuten Kino-Start nach dem Lockdown, hätten die Menschen schier nach gemeinsamen Erlebnissen gelechzt: "Der neue Bond-Film oder auch der neue Teil der Rita-Falk-Reihe liefen super bei uns", sagt der Kino-Chef.

Mit Angeboten wie den Übertragungen aus der New Yorker Metropolitan Opera könne man auch zum Beispiel ältere Besucher gut ansprechen; teils kommen bis zu 400 Besucher, um sich eine Oper anzuschauen. "Das macht zusätzlich zum bestehenden Angebot die Zukunft aus: Neues, anderes."

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Besonderer Raumklang

Was noch auf dem Plan steht: Zum Beispiel die Installation eines Dolby-Atmos-Systems mit einem besonderen Raumklang. Die Theken bekommen ebenso ein Facelift. "Wir wollen ein positives Signal senden - es geht irgendwann weiter nach dieser Pandemie und den Beschränkungen", ist Wohlgemuth sicher. Ein Projekt liegt ihm besonders am Herzen: Im Kino soll es immer weniger Müll geben.

Beschichtete Papierbecher sind out, das Mehrwegbechersystem wird bereits umgesetzt. Jedoch haben wichtige Infrastruktur-Elemente wie die Spülstraßen gerade Lieferschwierigkeiten. Plastik soll nach und nach verbannt werden im Kinopolis, "auch wollen wir sonstigen Müll vermeiden, so gut es geht", bekräftigt der Kino-Chef.

Auf welchen Film er sich in der neuen Saison 2022 freut? Da lächelt Wohlgemuth und sagt: "Die Neuauflage von Top Gun". Einfach deswegen, weil ihn der Streifen an seine Jugend erinnert. Und mit gutem Sound und einer richtig großen Leinwand werde das sicher ein Erlebnis.

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