Immer öfter finden Vogelpaare keinen Nistplatz

Riesenakt Vogelrettung: Seitdem gibt es einen Vorhang zum Schutz
| Rita Neumaier
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Nistplätze in der Nähe von Geschäften sind nicht gerne gesehen, weil sich Schwalben immer wieder in die Läden verfliegen.
Christine Vinçon Nistplätze in der Nähe von Geschäften sind nicht gerne gesehen, weil sich Schwalben immer wieder in die Läden verfliegen.

Vogelpaare tun sich immer schwerer, einen geeigneten Nistplatz zu finden.

München - Aufgeregt flattert eine Schwalbe zwischen den aufgespreizten Stacheln auf einem Scheinwerfer Unter den Bögen. Es sieht aus, als könne sie es nicht fassen, dass ihr etwas im Weg steht. "Sie hat angefangen, dort ihr Nest zu bauen", erklärt Susanne Rieck vom Artenschutzprojekt Gebäudebrüter des Landesverbands für Vogelschutz. Dann aber habe der Hausbesitzer auf den Scheinwerfern Stacheln anbringen lassen.

"Auch zum Schutz der Schwalben", sagt Stefan Scherer, Büroinhaber in dem betreffenden Altstadthaus. Die Halogenscheinwerfer könnten nämlich sehr heiß werden, wenn sie eingeschaltet sind. "Die Schwalben würden darauf gegrillt werden". Im Hinterhof des Hauses nisten bereits Schwalbenpaare. Er halte es jedoch für unhygienisch, dass Schwalben immer wieder in Geschäftsräume fliegen, wo die Vögel die Ware verschmutzen könnten, sagt Scherer.

Vogelrettung: Seitdem gibt es einen Vorhang zum Schutz

Meldungen über verirrte Schwalben gab es in letzter Zeit öfter. So wie kürzlich, als eine Rauchschwalbe in die Ausstellungsräume in der Heiliggeistkirche geflogen war. Die Feuerwehr musste erst das Gitter vor einem Fenster entfernen, bis die Schwalbe wieder ins Freie fliegen konnte. Schon zweimal haben sich auch in das Wäschemodengeschäft Hunkemöller in der Altstadt Schwalben verflogen. Die Einfangaktion mit Unterstützung des LBV verlief spektakulär: "Das war ein Riesenakt", sagen die Verkäuferinnen. Seitdem flattert ein leichter Vorhang vor dem Eingang, der Schwalben draußen halten soll.

Während in vielen Nestern schon Jungvögel sitzen, sind andere Paare immer noch auf der Suche nach einem Nistplatz. "Auf dem Land werden immer mehr Ställe verschlossen", erklärt Rieck. In Kuhställen seien oft bis zu 50 Nester, doch das werde immer seltener.

"Dort, wo ihnen der Brutplatz genommen wird, flattern sie irritiert und verzweifelt herum", sagt Rieck. Auf der Suche nach neuen Nistmöglichkeiten lassen sich die Vögel auch an Gebäuden nieder, die sie früher verschmäht hätten - wie beispielsweise offene Garagen. Geschützte Brutplätze sind in der Stadt selten geworden. Viele Hausbesitzer fürchten die Verunreinigungen in der Nähe eines Schwalbennests. Abhilfe kann ein Kotbrett schaffen, dass unter dem Nest angebracht wird - aber auch dafür ist nicht immer der richtige Platz vorhanden. Alarmierend ist eine Meldung des LBV, wonach jedes Jahr 100 Millionen Vögel durch den Aufprall an Glasflächen ums Leben kommen.

Auch Schwalben und Mauersegler sind gefährdet, vor allem, wenn sich in den Glasfronten Bäume und Sträucher spiegeln oder dahinter hohe Pflanzen in Kübeln wachsen - Vögel nehmen das Glas nicht wahr. Lange saß man dem Irrglauben auf, aufgeklebte Raubvögelmotive könnten dagegen helfen. Inzwischen werde gegen Vogelschlag geraten, im Abstand von einer Handfläche Streifen aufzukleben oder sie bereits in die Fenster einarbeiten zu lassen, sagt Susanne Rieck.

Linien und Markierungen dürfen allerdings keinen zu großen Abstand haben, sonst versuchen die Vögel, hindurchzufliegen.

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