Im Frühling nach Krakau?

Laho-Prinzessin Hedwig kam aus Krakau - richtig Bescheid über die polnische Stadtwissen nur wenige.Lena Schraml will das mit ihrem Buch ändern
| Claudia Hagn
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Lena Schraml mit ihrem Buch über Krakau: Sie wünscht sich, dass viel mehr Landshuter die Stadt in Polen kennenlernen.
Schraml Lena Schraml mit ihrem Buch über Krakau: Sie wünscht sich, dass viel mehr Landshuter die Stadt in Polen kennenlernen.

Landshut - Rund 850 Kilometer sind es von Landshut nach Krakau. Die Laho-Prinzessin Jadwiga alias Hedwig hat sich 1475 genau auf diesen langen Weg gemacht, um hier in Landshut Herzog Georg zu heiraten; Landshut hat also eine direkte Verbindung zu der polnischen Stadt Krakau.

Doch so richtig Bescheid über Krakau wissen in Landshut trotz der verbindenden Geschichte wohl nur wenige; Lena Schraml will das ändern. Die 30-Jährige hat durch einen Schüleraustausch am Hans-Carossa-Gymnasium ihre Liebe zu Polen entdeckt - und jetzt gemeinsam mit der Fotografin Marta Wróbel das Buch "111 Orte, die man in Krakau gesehen haben muss" verfasst.

Als Anregung, wo man vielleicht statt Barcelona, London oder Paris seinen nächsten Urlaub verbringen könnte - weil es sich laut Lena Schraml ziemlich lohnt, Krakau einen Besuch abzustatten.

Sie hat nach ihrem Abitur am HCG Polen-Studien studiert und jüngst in polnischer Gegenwartsliteratur promoviert. Ihre Leidenschaft zu dem für viele unbekannten Nachbarland Deutschlands ist also groß; auch wenn sie die jüngsten politischen Entwicklungen dort genau beobachtet.

Schraml hat in Krakau ihr Auslandssemester absolviert und sagt: "Die Stadt ist sehr schön, vereint Kultur und Geschichte, zudem schätze ich die polnische Gastfreundschaft sehr." Sie hat immer noch Kontakt zu ihrer Gastfamilie, trotz der langen Zeit, die seit dem Schüleraustausch vergangen ist.

Im Gegensatz zu anderen polnischen Städten seien in Krakau viele historische Gebäude erhalten, es gebe eine interessante Architektur-Mischung aus vielen Epochen. "Zudem entwickelt sich in Krakau gerade viel moderne Kultur, auch prägen die vielen Studenten die Stadt", sagt Lena Schraml.

Die Mischung aus vielen einzelnen Komponenten fasziniert sie an Krakau - zudem könne man, wenn es einem in der Stadt zu viel werde, sehr schnell die Umgebung erreichen - dort gebe es wunderbare Landschaften, um auch mal abzuschalten.

Insgesamt hat Schraml eineinhalb Jahre in Polen gelebt, auch nach Lodz führte sie ihr Weg. Von vielen Landshutern hat sie schon Rückmeldungen bekommen, dass sie Krakau an sich für einen Besuch spannend fänden - jedoch gewinnt dann bei der Urlaubswahl immer wieder Italien. "Und das finde ich schade, weil es in Krakau viel zu sehen gibt." Vor allem das ehemalige jüdische Viertel nennt sie als Ort, den man gesehen haben muss: Kultur von damals und heute mischten sich im Nachtleben mit Bars, Restaurants und Clubs, die einen Besuch wert seien.

Seit 1978 steht Krakau zudem auf der Liste des Unesco-Welterbes und seit 2013 trägt es den Titel Unesco-Literaturstadt. Im Jahr 2000 war Krakau zudem Kulturhauptstadt Europas.

Als beste Reisezeit für die polnische Stadt empfiehlt Schraml Frühling und Herbst - per Direktflug geht es (wenn es die Corona-Auflagen erlauben) in 1.20 Stunden von München direkt nach Krakau. Mit der Bahn ist man um die zwölf Stunden unterwegs, auch ein paar Mal Umsteigen ist nötig. Wer mit dem Auto Polen erkunden möchte, ist um die neun Stunden auf dem Weg.

Übrigens: Prinzessin Hedwig hat für ihre Reise im September 1475 knappe zwei Monate gebraucht, bis sie im November schließlich in Landshut ankam. Da geht es heutzutage doch bedeutend schneller.

"111 Orte, die man in Krakau gesehen haben muss" ist im Emons-Verlag erschienen und für 16,95 Euro erhältlich.

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