Grusel-Stadtführer: Landshut das Fürchten lehren

Von Hexen, Geistern und Verbrechern: An Halloween erscheint ein Stadtführer mit Geschichten zu den schaurigsten Orten der Stadt.
| Ingmar Schweder
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Die alte Straße von Moosburg nach Landshut führte oben an den Isarhängen durch eine Schlucht, wo sie am Klausenberg in die Straße nach Golding mündete. Noch heute kann man sie an manchen Stellen im Wald erahnen. An der Weggabelung mit der Goldinger Straße wurde zwischen zwei Bäumen zur Erinnerung an den Unfall des Hauptmanns Sensime von Horoskowitz eine Steinsäule mit einem Feldkreuz und einer marmornen Tafel aufgestellt.
Die alte Straße von Moosburg nach Landshut führte oben an den Isarhängen durch eine Schlucht, wo sie am Klausenberg in die Straße nach Golding mündete. Noch heute kann man sie an manchen Stellen im Wald erahnen. An der Weggabelung mit der Goldinger Straße wurde zwischen zwei Bäumen zur Erinnerung an den Unfall des Hauptmanns Sensime von Horoskowitz eine Steinsäule mit einem Feldkreuz und einer marmornen Tafel aufgestellt. © Peter Litvai

Landshut - Es war wohl nicht sein bester Tag als Scharfrichter: Der Landshuter war im Jahr 1591 nach München geholt worden, um den Alchemisten Marco Bragadino, auch bekannt als der "Goldmacher", wegen Betrügereien öffentlich hinzurichten. Doch die Enthauptung wird zum Desaster: Dem Scharfrichter gelingt es erst beim dritten Schlag, den Kopf des Alchemisten abzutrennen. Was dieser grausame Akt mit einem "amtlichen Spuk" in Landshut zu tun hat?

Neues Buch von Stadtführer Christian Baier und Fotograf Peter Litvai

Es sind dokumentierte Schauergeschichten wie diese, mit denen Stadtführer und Autor Christian Baier (55) und Fotograf und Galerist Peter Litvai (64) Ende Oktober ihren Lesern das Fürchten lehren wollen. Rund um Halloween (31. Oktober) erscheint ihr Buch "Von Hexen, Geistern und Verbrechern - Ein Rundgang zu den unheimlichsten Orten in Landshut", das ein Stadtführer zu Landshuts dunkelsten Schauplätzen ist und einen Einblick in geschichtliches Wissen vermitteln soll.

30 gruselige Erzählungen mit Gänsehautgarantie

Über 30 Erzählungen mit Gänsehautgarantie hat Autor Baier bei seiner Recherche zusammengetragen und aufgeschrieben, die mit stimmungsvollen Motiven von Peter Litvai in Szene gesetzt werden. Bei einem Rundgang durch die Stadt mit dem Buch in der Hand können Einheimische und Touristen dann vor Ort erfahren, warum nach einer Teufelserscheinung um 1800 in der Ländgasse per Brief eine offizielle Untersuchung beim Kaiser angefordert wurde - oder was hinter der tragischen Geschichte einer Landshuterin steckt, die 1756 im Alter von nur 15 Jahren auf dem damaligen Richtplatz (heute Güterbahnhof) bei lebendigem Leibe verbrannt wurde. Baier: "Das Buch ist für diejenigen gedacht, die Landshut auf eine andere Art kennenlernen und interessante Geschichten lesen wollen."

Stadtführer und Autor Christian Baier (55, l.) und Fotograf und Galerist Peter Litvai (64) kann nach der Recherche kaum noch etwas erschrecken.
Stadtführer und Autor Christian Baier (55, l.) und Fotograf und Galerist Peter Litvai (64) kann nach der Recherche kaum noch etwas erschrecken. © Christine Vinçon



Deshalb ist das Coverfoto des Stadtführers, das das Ruffini-Schlösschen zeigt, eigentlich untypisch für das gesamte Buch, wie Peter Litvai verrät: "Wir haben versucht, touristische Ansichten zu vermeiden. Beim Ruffini-Schlösschen ging es aber leider nicht anders." Unheimlich, das versprechen Baier und Litvai, wird es am Schlösschen dennoch werden - zumindest mit dem Reiseführer im Gepäck.

Weiße Frau, die im Schloss Schönbrunn herumgeistern soll, wird auch behandelt

Die Landshuter Ausgabe von "Von Hexen, Geistern und Verbrechern" fügt sich in eine Buchreihe ein, in der bereits Schauergeschichten über Regensburg und Umgebung und den Landkreis Schwandorf erzählt werden. Die Geschichten in der Landshuter Ausgabe konzentrieren sich jedoch allein auf Geschichtliches aus der Stadt Landshut. Baier: "Die Umgebung haben wir bewusst weggelassen. Die Stadt Landshut birgt genügend schaurige Geheimnisse."

Und tatsächlich: Mythen und Legenden, wie die Weiße Frau, die im Schloss Schönbrunn herumgeistern soll - und die bereits EAV-Sänger Klaus Eberhartinger gesehen haben will - bietet die Stadt genug.

Welche wahren Schauergeschichten Baier und Litvai aber noch entdeckt haben, wie beispielsweise die Erzählung zum tragischen Tod des Landshuter Hauptmanns Sensime von Horoskowitz, der 1486 vom Pferd stürzte und sich das Genick brach, sollen nach dem Erscheinen des Buchs auch Stadtführungen zeigen, die über den "Landshut Tourismus" gebucht werden können - natürlich ebenfalls mit Gänsehautgarantie.


Das Buch "Von Hexen, Geistern und Verbrechern - Ein Rundgang zu den unheimlichsten Orten in Landshut" erscheint Ende Oktober im Battenberg-Gietl-Verlag.

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