Für mehr Summen und Brummen: Wie man den Bienen helfen kann

Wildbienen sind gerade in Hochform im Naturschutzgebiet. Wer sie daheim unterstützen will, sollte auf einige Dinge achten und ein Insektenhotel am besten selber bauen.
| Claudia Hagn
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Zwei Bienen schauen aus einem Loch im Wildbienenhotel.
Zwei Bienen schauen aus einem Loch im Wildbienenhotel. © Christine Vinçon

Landshut - Wer momentan spazieren geht sieht sie überall schwirren und fliegen: Wildbienen sind gerade in Höchstform. Bayernweit gibt es knapp 520 verschiedene Bienenarten, 200 im Naturschutzgebiet. Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten gilt mittlerweile wegen Verlust des Lebensraums und Pestizideinsatz als bedroht. 40 davon sind laut Fabian Hertrich, Gebietsbetreuer am ehemaligen Standortübungsgelände, bereits verschwunden.

Fabian Hertrich vor einer künstlich geschaffenen Steilwand für die Bienen.
Fabian Hertrich vor einer künstlich geschaffenen Steilwand für die Bienen. © Christine Vinçon

Um die kleinen Brummer zu unterstützen, kann man ihnen Nistmöglichkeiten anbieten - im Naturschutzgebiet sind das große Insektenhotels, in denen die Bienen einzeln in die Löcher einfliegen, jeweils ein Ei in die Bohrungen oder hohlen Pflanzenstängel samt Nahrungsvorrat legen und dann das Loch zumauern. Im Inneren entwickelt sich dann eine neue Biene.

Wildbienen legen ihre Eier in den Boden

Gleiches gilt auch für künstlich von den Naturschützern angelegte Abbruchkanten am ehemaligen Standortübungsgelände. Dort wurde also nicht wild von Baggern gewütet; die freigelegten Erd- und Lößflächen meist in Süd-Ost-Richtung - also exponiert zur Sonne - sind gewollt entstanden. "Rund 75 Prozent der Wildbienenarten legen ihre Eier in den Boden", sagt Hertrich. Andere bevorzugen leere Stängel wie von Brombeere und Himbeere. Dazu gehört auch die Langlebige Schmalbiene. Sie mauert kleine Türmchen auf - ein Anzeichen, dass sie in einem Gebiet heimisch ist. Was die Wildbienen und ihren Schutz so wichtig macht? Sie bestäuben gemeinsam mit Honigbienen alles, was bestäubt werden sollte.

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Dazu kommt auch laut Hertrich, dass viele wilde Bienen auf bestimmte Pflanzen spezialisiert sind - und nur sie zur Vermehrung der Pflanzen beitragen. Eine Honigbiene würde bei diesen bestimmen Arten nichts ausrichten, ihre wilde Schwester schon. Sie fliegt bereits bei widrigen Wetterumständen, während die Honigsammlerin daheim bleibt.

Ein Hotel für Bienen

Im Naturschutzgebiet wird bereits einiges für die Wildbienen gemacht, unter anderem hat die FOS jüngst ein neues Insektenhotel gebaut; wer die fleißigen und intelligenten Tiere im eigenen Garten unterstützen will, hat dafür einige Möglichkeiten. Man kann laut Hertrich Samenmischungen ansäen, die bei uns heimische Pflanzen enthalten; Blumen, die in anderen Teilen Bayerns wachsen und in Mischungen enthalten sind, brächten unseren Wildbienen wenig, so der Gebietsbetreuer. Heimische Samenmischungen gibt es im Fachhandel.

Eine kleine Wildbiene am Finger.
Eine kleine Wildbiene am Finger. © Christine Vinçon

Was ebenfalls gut funktioniert: einen wilden Platz mit offenen Rohbodenstellen im Garten lassen, wo alles wachsen darf, was wachsen will. Und ein Lehm-Sand-Gemisch mit Löß kann man ebenso in einer kleinen Kiste für die Bienen bereitstellen. So können sie nisten - und sich vermehren; und wer gern bastelt, dem sei der Bau eines Insektenhotels empfohlen.

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