Erwischt: Landshuts Wanderfalken sind wieder da

Ihr Horst ist im Martinsturm auf 120 Meter Höhe - über eine Webcam kann man in ihr "Wohnzimmer" schauen.
| Claudia Hagn
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Am Donnerstag erwischen wir den Falken im Nest.
Am Donnerstag erwischen wir den Falken im Nest. © Claudia Hgn (Screenshot)

Landshut - Sie sind für viele ein Quell ewiger Freude: die Wanderfalken im Martinsturm. Vor allem, seit man sie mit einer Webcam auf der Internetseite der Stadt Landshut beobachten kann, sind Martin und Martina - so haben die städtischen Falkenbeobachter das Pärchen hoch oben im Turm genannt - hoch im Kurs.

Foto aus der Webcam: Falken in Landshut wieder da

Man kann ihnen sozusagen mitten ins Wohnzimmer schauen - und das tun einige in der Stadt teilweise stundenlang jeden Tag. Für alle, die über den Winter eine kleine Durststrecke erleiden mussten, weil der Horst hoch oben im Martinsturm verwaist war, gibt es eine gute Nachricht: Die Falken sind wieder da und sehr regelmäßig zu sehen. Am Donnerstagnachmittag zum Beispiel saß ein Wanderfalke stundenlang an der Horstkante, schlief, putzte sich und inspizierte schon mal durch eifriges Schnabelkratzen an den Steinen den Horst. In ihm zogen Martin und Martina im vergangenen Jahr drei Küken auf, bis sie stattliche Wanderfalken waren. Ein Ei blieb 2020 unbebrütet. Über die Wintermonate sind die Falken in der näheren Umgebung unterwegs und suchen Futter.

Den Horst suchen sie dann aber nicht auf; der wird in Ordnung gehalten von Dieter Dort vom Amt für Umwelt- und Naturschutz. Ein bisschen muss man nämlich auch einen Wanderfalkenhorst nach getaner Brut säubern und wieder auf Vordermann bringen.

Wanderfalken gibt es seit vielen Jahren im Martinsturm.
Wanderfalken gibt es seit vielen Jahren im Martinsturm. © Ludwig Amen/dpa

"Wir haben ein paar Sachen rausgeholt - aber nicht alles", sagt Dort. Denn es sei wichtig, dass sozusagen der "Stallgeruch" erhalten bleibe, dass der Falke sein altes Nest wiedererkenne. Auch die Webcam hat Dort nach einem Aufstieg von wohl fast 500 Stufen sauber gemacht, damit die Landshuter bei freier Sicht das Leben der Falken beobachten können.

Horst der Falken ist auf 120 Metern Höhe

Auf 120 Meter Höhe befindet sich der Horst, die Ausflugsluke zeigt Richtung Burg. Wer also auf der Terrasse der Schänke sitzt, kann die Falken beim Ausfliegen beobachten.

Momentan streiten sich mehrere Wanderfalkenmännchen wohl um die Wanderfalkendame, sagt Susanne Rieck, Vogelexpertin bei der Stadt Landshut. Es seien schon drei oder vier unterschiedliche Falken gesichtet worden.

Balzzeit der Falken seit Dezember

Die Balz ist seit Dezember in vollem Gange. Jetzt geht es um die Paarung: In ein paar Wochen werden Martina und Martin dann - hoffentlich - zu brüten beginnen. Zeit, die Webcam wieder regelmäßiger einzuschalten. Wer weiß, wie viele Falkenjunge in diesem Jahr im Martinsturm hochgezogen werden. 2020 kam das erste Ei Ende März, die Turmfalken auf der Burg ob waren später dran mit ihrem Nachwuchs. Dieter Dort und andere Naturschützer vermuten nun, dass es quasi eine Art "Absprache" zwischen den unterschiedlichen Arten gab; denn so gab es immer genügend Futter für die jungen Falkenküken auf der Burg und in St. Martin.

Die Webcam ist auf der Internetseite der Stadt Landshut unter landshut.de zu finden.

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