Die ehemalige Institution Axels Musikcafe steht leer - ein Nachruf

Ein Nachruf auf eine Institution: Für manche Gäste war sie eine Ganztagsaufbewahrung.
| Rita Neumaier
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Er stand mit Byron (rechts) in "Axels Musikcafe" auf der Bühne, der Tiefenbacher Josef Wackerbauer.
rg Er stand mit Byron (rechts) in "Axels Musikcafe" auf der Bühne, der Tiefenbacher Josef Wackerbauer.

Es gab eine Zeit, da reiste man der Kultur bis in entlegene Dörfer nach. An so magische Orte wie Höhenberg, Gammelsdorf, Treidlkofen oder Tiefenbach.

Denn dort hatte sich etwas etabliert, was allenthalben Kleinkunst genannt wurde und gerade groß angesagt war. Eine dieser kulturellen Anlaufstellen hieß "Axels Musikcafé" und lag entfernungsmäßig am nächsten. Man konnte von Landshut aus auch mal hinradeln, in die Ortsmitte von Tiefenbach.

Im Musikcafé, das weit über den Ort hinaus bekannt war, trat neben einigen lokalen Größen die Creme de la Creme der Kleinkunstszene auf. Manchmal war es dort so eng, dass man praktisch auf der Bühne saß oder sich direkt dem Sprühregen von Sigi Zimmerschieds bärbeißiger Artikulation ausgesetzt sah.

Bei Axel lauschte man den Größen der Folk- und Kabarett-Szene, freute sich über wiederkehrende Auftritte von Musikern wie dem sympathischen Duo Inker & Hamilton oder den virtuosen Gitarreros Kolbe und Illenberger oder amüsierte sich bei Konzerten des unvermeidlichen Byron Wiemann.

Es gab viele Gründe, sich nach Tiefenbach aufzumachen 

Das Kleinkunst-Café mit seinem kinder- und hundefreundlichen Biergarten war am Wochenende so etwas wie eine Ganztagsaufbewahrung für Leute, die des Stadtlebens überdrüssig waren.

Von der Frühstück- bis zur Abendkarte gab es reichlich zu futtern, mit Brettspielen konnte man sich auch an Regentagen über Wasser halten. Es gab also viele Gründe, sich zum Kulturgenuss auf den Weg nach Tiefenbach zu machen.

Inzwischen ist das längst Vergangenheit. Alexander Lübbe warf irgendwann das Handtuch – und sein Nachfolger Rainer Schmals konnte seinen Kulturbegriff auf die Dauer weder den Tiefenbachern noch der Stadt Landshut vermitteln, wo er die Kleinkunstbühne gerne weiterbetrieben hätte.

Das ehemalige Kleinkunst-Mekka steht jetzt schon seit Jahren leer, als trauriges Relikt einer Zeit, in der in Tiefenbach richtig was los war. Heute ist das wahrscheinlich nur dann noch der Fall, wenn im Tierheim Heinzelwinkl Tag der offenen Tür ist.

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