Bücherschrank in Landshut: Literatur für alle

Nahe dem Ländtor in Landshut steht nun ein öffentlicher Bücherschrank.
| Kerstin Petri
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OB Alexander Putz und Peggy Füger, Präsidentin des Rotary Club Landshut/Trausnitz, machen eine Leseprobe bei der Einweihung der ersten Bücherzelle in Landshut.
OB Alexander Putz und Peggy Füger, Präsidentin des Rotary Club Landshut/Trausnitz, machen eine Leseprobe bei der Einweihung der ersten Bücherzelle in Landshut. © Kerstin Petri

Landshut - Auf einem Liegestuhl mit Blick auf die Isar sitzen, dazu einen Kaffee und ein gutes Buch, das man nicht einmal selbst mitbringen muss. Am Ländtorplatz unweit des Literaturcafés im Röcklturm steht seit Kurzem ein öffentlicher Bücherschrank. "Wo passt er besser hin als hier", sagte OB Alexander Putz bei der Einweihung am Donnerstagabend.

Als "Wunderkiste" bezeichnete Putz den Bücherschrank, denn man wisse nie, was sich darin befindet. So sieht es das Konzept von öffentlichen Bücherschränken vor, die es auch schon in anderen Städten gibt. Sie sind für jeden frei zugänglich, man kann Bücher hineinstellen und herausnehmen, so viele man möchte.

Eine Telefonzelle mit Büchern war die Inspiration

In die Wege geleitet hat das Projekt der Rotary Club Landshut/Trausnitz. Die Idee dazu war vor zwei Jahren geboren, als zwei Rotarier in einem niederbayerischen Ort eine alte Telefonzelle entdeckten, die zu einem öffentlichen Bücherschrank umgebaut worden war. Warum nicht auch in Landshut, fragten sie sich.

Daraufhin bildete sich im Rotary Club der Arbeitskreis Bücherschrank, der die Planung übernahm. Der Nachhaltigkeit halber sollte es ebenfalls eine ausrangierte Telefonzelle sein, um dieser ein neues Leben einzuhauchen. Die Deutsche Telekom hatte nur noch Magentafarbene aus den 1990er Jahren auf Lager. Die klassischen gelben Telefonzellen waren alle vergriffen.

Wie eine Telefonzelle sollte der geplante Bücherschrank aber nicht aussehen, weshalb der Arbeitskreis in Abstimmung mit der Verwaltung der Stadt Landshut ein Gestaltungskonzept erarbeitete. Die Bücherzelle sollte die Farben des Rotary Clubs - blau und gelb - tragen. Die seitlichen Fenster sind mit Fotos von Bücherregalen aus der Landshuter Stadtbibliothek, die der Fotograf Karl-Heinz Rothenberger aufgenommen hat, foliert worden und machen die Zelle als Bücherschrank kenntlich. "So wurde aus einer banalen Zelle ein bewundernswertes Objekt", sagte Peggy Füger, Präsidentin des Rotary Club Landshut/Trausnitz.

Bücherschrank im Einklang mit der Natur

Eine große Herausforderung sei gewesen, die Zelle am Bestimmungsort zu verankern, ohne die Wurzeln der umstehenden Bäume zu beschädigen. In Abstimmung mit dem Stadtgartenamt und der Naturschutzbehörde entschied man sich für Erdanker.

Geöffnet ist der Bücherschrank von 6 bis 20 Uhr. Die Firma LWS Security übernimmt ein Jahr lang den Schließdienst. Um die Ordentlichkeit im Inneren des Bücherschranks kümmert sich der Rotary Club. Auch für die Hygiene ist gesorgt: In der Zelle steht ein Desinfektionsmittelspender bereit.

Nun kann das Ausleihen, Austauschen, Mitnehmen und Lesen beginnen.

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