Bauland 45 Prozent teurer

Insgesamt hat sich in Landshut der Grundstücksmarkt nach oben entwickelt. Ein Grund ist die Raumknappheit.
| AZ/red
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Auch Oberbürgermeister Alexander Putz schaut sich die Bodenrichtwertkarte an. Die Karte liegt noch bis zum 10. Juni zur Einsicht in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses an der Fleischbankgasse 310.
Auch Oberbürgermeister Alexander Putz schaut sich die Bodenrichtwertkarte an. Die Karte liegt noch bis zum 10. Juni zur Einsicht in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses an der Fleischbankgasse 310. © Stadt Landshut

Landshut - Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Stadt Landshut hat die aktuellen Bodenrichtwerte ermittelt.

Mit den Bodenrichtwerten, die die Wertentwicklung aller Grundstücke im Stadtgebiet darstellen, können sich weniger erfahrene Teilnehmer am Immobilienmarkt einen Überblick über Preisentwicklungen verschaffen.

Das hat es mit den Bodenrichtwerten auf sich

Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte in Euro pro Quadratmeter. Sie beziehen sich auf den reinen Bodenwert ohne Gebäude oder Aufwuchs wie Wald.

Laut Gudrun Eder, Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, werden zur Ermittlung der Bodenrichtwerte alle notariell beurkundeten Kaufverträge von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses ausgewertet.

Mehr Transaktionen als im Vorjahr

Im Jahr 2020 wurden in Landshut in 963 Transaktionen Immobilien für 416,1 Millionen Euro umgesetzt - 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich der unbebauten Grundstücke wurden 186 Kaufurkunden herangezogen.

Rund 31 Prozent waren Bauplätze, bei denen die bestehende Immobilie abgerissen wurde. Dem zur Folge, so Eder, gehe die Verfügbarkeit von unbebauten, baureifen Grundstücken im Stadtgebiet weiter zurück, was sich preissteigernd auswirke.

Kein klarer Preistrend in der Landshuter Innenstadt

Bei unbebauten Grundstücken für den individuellen Wohnungsbau stiegen die Preise bis zu 45 Prozent, vor allem in den Siedlungen am Stadtrand, etwa in Auloh oder Münchnerau. Unbebaute Grundstücke für den Geschosswohnungsbau wurden um rund 25 Prozent teurer.

Lesen Sie auch

Die Preise im Gewerbebauland hingegen stiegen die letzten zwei Jahre nur moderat. In der Innenstadt gab es seit längerer Zeit zum ersten Mal keinen klaren Preistrend. In den Randzonen hingegen mit überwiegend Büros und Wohnungen, stiegen die Preise.

Freyung, Spiegelgasse und Untere Ländgasse wurden daher angepasst und die vom Einzelhandel dominierten Bodenrichtwertzonen der Innenstadt auf ihrem Niveau belassen.

Bei landwirtschaftlichen Nutzflächen war eine Abschwächung der Preissteigerung zu verzeichnen. Es wurden Veränderungen im Schnitt von plus acht Prozent auf zwei Jahre nachgewiesen.

Der Grundstücksmarkt hat sich stark nach oben entwickelt

Insgesamt, stellt Eder fest, habe sich der Grundstücksmarkt in Landshut weiter stark nach oben entwickelt. Mögliche Gründe seien unter anderem die Raumknappheit und die steigenden Preise des Großraums um München, die sich weiter auf das Preisniveau der Stadt auswirken.

Als Fluch und Segen zugleich wertete OB Putz die Situation: Einerseits profitiere die Stadt aus wirtschaftlicher Sicht von der räumlichen Nähe zu München und zum Flughafen. Andererseits platze die Stadt aufgrund des Bevölkerungswachstums aus allen Nähten.

"Die große Herausforderung dabei ist, mit den gestiegenen Anforderungen - beispielsweise was die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur anbelangt - auch Schritt halten zu können." Stichwort: Schulentwicklung, Baulandausweisung. Wichtig sei es, die Entwicklung nachhaltig und mit Bedacht voranzutreiben.

Die Bodenrichtwertkarte liegt bis 10. Juni zur Einsicht in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses an der Fleischbankgasse 310, drittes Obergeschoss aus. Für die Einsichtnahme ist vorab eine Terminvereinbarung unter 0871/881492 erforderlich. Die Bodenrichtwertkarten sind in Druckform für 220 Euro zu erwerben, die Online-Auskunft unter www.boris-bayern.de kostet 180 Euro.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren