Landratsamt: "Natalie Hot" darf nicht mehr stöhnen

Die Behörden haben entschieden: Eine Webcam-Pornodarstellerin namens „Natalie Hot“ hat keine Erlaubnis mehr, in Ampfing Shows zu produzieren. Doch die hat schon eine andere Idee.
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"Natalie Hot" (m.) und ihre Mitstreiterinnen demonstrierten im Sommer 2015 vor dem Ampfinger Rathaus für mehr Toleranz für Sex-Cam-Girls
fib/Eß "Natalie Hot" (m.) und ihre Mitstreiterinnen demonstrierten im Sommer 2015 vor dem Ampfinger Rathaus für mehr Toleranz für Sex-Cam-Girls

Ampfing – Es hat sich ausgestöhnt für „Natalie Hot“ – zumindest im Internet. Die Pornodarstellerin braucht ein neues Zuhause für ihre Web-Show. Denn das Landratsamt Mühldorf hat jetzt ein Porno-Verbot für „Natalie Hot“ in den eigenen vier Wänden entschieden.

Sie dürfe ihr Gewerbe in dem Haus nicht mehr ausüben, heißt es in dem Bescheid. Falls sie es dennoch tut, droht für jede „Zuwiderhandlung“ ein Bußgeld in Höhe von 2000 Euro. Zusätzlich fordert das Amt für den Bescheid 1000 Euro Bearbeitungsgebühr.

 

"Natalie Hot" in Action hörte man bis ins Treppenhaus

 

Zur Begründung hieß es, die Wahrung des Wohnfriedens in der Siedlung solle erhalten werden. Zahlreiche Nachbarn aus dem Mehrfamilienhaus werden in dem Schreiben aufgeführt, die sich über laszives Gestöhne beschwert hatten. Jedes Mal, wenn „Natalie Hot“ im Netz ihre Show präsentierte, konnte man bis raus ins Treppenhaus mithören, sagen sie.

Das Porno-Sternchen fühlt sich von den Nachbarn gemobbt (AZ berichtete). Christian L., Freund und Manager der 22-Jährigen, wirft dem Landratsamt vor, mit zweierlei Maß zu messen. Ein Vermessungsbüro und ein Grafik- und Webdesignbüro in unmittelbarer Nachbarschaft würden nicht als störend bewertet, kritisiert er.

Es sei kein Mitarbeiter des Landratsamts vor Ort gewesen und habe sich persönlich einen Eindruck von der Situation gemacht, so der Manager.

 

Ausweich-Plan: Private Swinger-Partys

 

Die Webcam-Shows seien der Haupterwerb von „Natalie Hot“. Der Bescheid des Landratsamtes komme einem Berufsverbot gleich. Es sei nicht möglich, eine andere Wohnung für Webcam-Shows anzumieten. Sämtliche Vermieter würden inzwischen abwinken. Das Landratsamt Mühldorf am Inn wollte am DOnnerstag keine Stellungnahme zu diesem Fall abgeben.

„Natalie Hot“ und ihr Manager geben sich kämpferisch. „Jetzt gehen wir vor Gericht“, betont Christian L. Gegen die Entscheidung will er Einspruch einlegen. Der Bescheid sei noch nicht rechtskräftig, darum dürfe Natalie momentan weitermachen. Statt einer Web-Show werde sie ab sofort private Swinger-Partys veranstalten. „Ein bisschen Spaß kann uns keiner nehmen“, sagt Christian L. selbstbewusst. Das dürfte den Nachbarn noch viel weniger schmecken.

Bereits im Sommer 2015 hatte „Natalie Hot“ bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als sie zusammen mit einigen Kolleginnen eine Protestdemo in Ampfing organisierte.

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