"Gar nichts mehr los": Bekanntes Gesicht will das Nachtleben am Tegernsee retten

Markus Greger liegt Gastro im Blut. Deswegen ist er fest entschlossen, seine geliebte Weinstube am Tegernsee wieder zum Erfolg zu führen. Die ersten Wochen nach der Wiedereröffnung laufen bestens. Warum das so ist und man unbedingt reservieren sollte.
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Die Weinstube in der Nördlichen Hauptstraße 6 in Rottach-Egern am Tegernsee.
Die Weinstube in der Nördlichen Hauptstraße 6 in Rottach-Egern am Tegernsee. © Heinrich Ueberall

Eigentlich hatte Markus Greger 2023 das Zepter in seiner berühmten Weinstube in Rottach-Egern am Tegernsee aus der Hand gegeben. Nach über 25 Jahren. Doch der Nachfolger hatte keinen Erfolg. Die Lichter gingen aus.

Sein Herzensprojekt begraben? Nein. Seit Anfang Januar ist der Gmunder Gastronom zurück und packt wieder selbst an. Er hat das Lokal wieder aufgesperrt.

Das Geschäft in den ersten Wochen brummt. Das spürt Greger nicht nur an ein bisserl Schlafmangel. Auch die Reservierungen flattern fortwährend ins Haus. Auch während die AZ mit ihm telefoniert.

Markus Greger will seiner Weinstube in Rottach-Egern neues Leben einhauchen. Der Neustart läuft gut an.
Markus Greger will seiner Weinstube in Rottach-Egern neues Leben einhauchen. Der Neustart läuft gut an. © Enno Kapitza

Das Aus für die Weinstube "hat mich ein bisschen gewurmt", erzählt er. Generell sagt er: "In Rottach-Egern ist gar nichts mehr los. Das Nachtgeschäft ist kaputt." Die Weinstube sei einst ein "Anziehungspunkt" gewesen. "Für Einheimische, Zweit-Wohnsitzler, Münchner und Touristen". Kurzum: für alle.

Die Stammgäste kehren zurück

Als die Weinstube zusperren musste, blieb eine Lücke: "Die Leute wussten nicht mehr, wo sie hingehen sollen." Und damit war für Greger klar: "Ich habe mich verpflichtet gefühlt, das Nachtleben zu retten."

Von Dienstag bis Samstag hat die Weinstube aktuell geöffnet. Zwischen 18 und 1 Uhr nachts, steht auf einem handgeschriebenen Zettel an der Tür. "Es ist ein Vollzeitjob", sagt Greger und schiebt hinterher: "Freilich macht es Spaß. Die alte Kundschaft kehrt wieder ein bei uns, von 18 bis 80 Jahre. Vom Handwerksburschen, Abiturienten bis hin zum Wirtschaftskapitän." Er schätzt: "95 Prozent sind Stammgäste."

Die AZ hat im Januar an einem Nachmittag vorbeigeschaut. Die Weinstube öffnet aktuell ab 18 Uhr.
Die AZ hat im Januar an einem Nachmittag vorbeigeschaut. Die Weinstube öffnet aktuell ab 18 Uhr. © Heinrich Ueberall

Sein Fazit nach knapp dem ersten Monat: "Die Bude ist jeden Tag voll." Er komme gar nicht mehr mit dem Einschenken hinterher, veranschaulicht er es. 74 Plätze hat die Weinstube, an einem Abend könnten insgesamt schon mal 200 Gäste da sein. Deswegen sagt er: bitte reservieren.

Weinstube-Fans jubeln: "Die heimatlose Zeit geht zu Ende"

Wie kommt es, dass das Lokal plötzlich wieder läuft? "Mein Name zieht, ich habe mir in den letzten 25 Jahren 4000 Stammgäste aufgebaut."

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Das merkt man auch unter dem Post des Club Tegernsee, der Gregers Rückkehr kurz vor Weihnachten ankündigte. Ein Nutzer schreibt: "Das ist das beste Weihnachtsgeschenk, was du deinen treuen Gästen machen kannst." Eine weitere Frau schreibt: "Yippiiiieee! Die heimatlose Zeit geht zu Ende, danke danke danke!"

Von Suppe bis Blutwurst-Gröstl: Was die Küche kredenzt

Die aktuelle Karte der Weinstube schaut so aus: "Wir machen klassische alpenländische Küche mit mediterranen Akzenten." Zum Beispiel: Wiener Schnitzel, Tegernseer Saibling, Muscheln, Pasta, Carpaccio vom Kalbszüngerl mit Breznknödel. "Wir haben auch immer ein bürgerliches Gericht auf der Karte wie ein Blutwurst-Gröstl."

Die Preisspanne – von der Suppe bis zum Hirschrücken – liege in der Weinstube zwischen neun und 38 Euro.

Ein Blick in die Weinstube von Markus Greger.
Ein Blick in die Weinstube von Markus Greger. © Heinrich Ueberall

An den Öffnungszeiten will der Gastronom vielleicht noch etwas schrauben, er könnte sich einen früheren Start vorstellen. Stichwort: Day-Drinking. Also zum Beispiel den Nachmittag am Tegernsee mit einem frühen Aperitif einzuläuten. Auch eine neue Webseite ist gerade noch in der Mache.

Vom Gmunder Gasthof nach Manhattan und zurück

Warum gefällt es ihm nach so vielen Jahren immer noch, Gastgeber zu sein? "Ich bin in einem großen Gasthof in Gmund am Tegernsee aufgewachsen. Dort habe ich das schon aufgesogen."

Der Eingang zur Weinstube in Rottach-Egern.
Der Eingang zur Weinstube in Rottach-Egern. © Heinrich Ueberall

Nach dem Abitur habe er in Kneipen gejobbt "und dann bin ich hängen geblieben". "Das ist mir schon ein bisschen in die Wiege gelegt worden."

Sogar in Manhattan in New York war er schon Bartender. Mit all dieser jahrzehntelangen Gastro-Erfahrung leistet er dem Nachtleben in Rottach-Egern am Tegernsee nun also Erste Hilfe.

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