Kritik aus den eigenen Reihen: JU stellt sich gegen CSU

Nachdem sich die CSU-Fraktion im Landtag zuletzt gegen einen Vorschlag der Grünen positioniert hat, der das Jura-Studium modernisieren sollte, kommt nun unerwarteter Gegenwind aus den eigenen Reihen.
AZ/ dpa |
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Die Junge Union fordert einen integrierten Jura-Bachelor. (Symboibild)
Die Junge Union fordert einen integrierten Jura-Bachelor. (Symboibild) © Armin Weigel/dpa
München

Überraschende Rückendeckung für die Grünen: Die Junge Union fordert einen Bachelor-Abschluss im Jura-Studium - sozusagen als Sicherheitsnetz für Studierende, die am Staatsexamen scheitern. Sie stellt sich damit direkt gegen die Linie der CSU-Landtagsfraktion, die sich zuletzt klar gegen eine gleichlautende Forderung der Landtags-Grünen positioniert hatte.

Bisher gilt im klassischen Jurastudium in Bayern: Kein Staatsexamen, kein Abschluss. Die Forderung der Jungen Union: Ein sogenannter integrierter Bachelor, der dann verliehen wird, wenn der universitäre Teil des Studiums erfolgreich abgeschlossen ist, also alle Prüfungen vor dem abschließenden Staatsexamen bestanden wurden. 

Damit soll erreicht werden, dass Studentinnen und Studenten nicht mit leeren Händen dastehen, falls sie beim Staatsexamen zweimal scheitern. In anderen Bundesländern gibt es den integrierten Bachelor bereits.

Ablehnung aus CSU

Die CSU-Fraktion hatte im Landtag unmissverständlich angekündigt, den Gesetzentwurf abzulehnen. Die CSU-Rechtspolitikerin Petra Guttenberger bezeichnete den integrierten Bachelor als "Etikettenschwindel auf Kosten von Qualität und Leistungsnachweis". "Ein solcher "automatisch" verliehener Bachelor of Laws würde eine juristische Qualifikation bescheinigen, über die diejenigen Studierenden nicht verfügen, die die Erste Juristische Staatsprüfung endgültig nicht bestanden haben", teilte das Justizministerium mit. AfD und Freie Wähler kündigten ebenfalls an, den Vorschlag abzulehnen.

JU: Staatsexamen bleibt "Maßstab für Exzellenz"

Annamarie Bauer, Landesschriftführerin der Jungen Union Bayern, meinte dagegen: "Wer über Jahre erfolgreich Rechtswissenschaft in Bayern studiert, verdient diesen Abschluss. Das Staatsexamen bleibt, was es ist: der Maßstab für Exzellenz." Denn: Für eine Tätigkeit als Volljurist, zum Beispiel als Richter, bleibe ein bestandenes Staatsexamen nach wie vor Voraussetzung - das war auch Bestandteil der Forderung der Grünen.

Bedarf an juristischen Fachkräften steigt

Die Junge Union wies darauf hin, dass "in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft und Verbänden der Bedarf an Fachkräften mit juristischen Grundkenntnissen stetig" steige. "Ein integrierter Bachelorabschluss macht diese Kompetenzen sichtbar und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Studienstandorts Bayern." Damit trage der Bachelor zudem "den Anforderungen eines sich wandelnden Arbeitsmarktes Rechnung".

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