Kriminalität im Gesundheitswesen – fast 2000 Fälle bisher

Etliche Anklagen und ein hoher Schaden: Wie organisierter Betrug das Gesundheitswesen belastet und welche Rolle die Nürnberger Zentralstelle spielt.
dpa |
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Oft stehen Ärzte, Apotheker oder Pflegedienste im Visier der Generalstaatsanwaltschaft. (Symbolbild)
Oft stehen Ärzte, Apotheker oder Pflegedienste im Visier der Generalstaatsanwaltschaft. (Symbolbild) © Bernd Weißbrod/dpa
Nürnberg

Unzulässig abgerechnete Medikamente, fingierte Pflegeleistungen oder Betrug mit Corona-Tests – in fast 2000 Fällen von Betrug oder Korruption im Gesundheitswesen hat die zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg in den vergangenen fünf Jahren ermittelt. Der Schaden ist immens: Gerichte ordneten laut dem Justizministerium allein in den Verfahren einen Wertersatz von mehr als 22 Millionen Euro an.

Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg wurde im September 2020 gegründet. Bis Ende 2025 führten ihre Ermittlungen demnach zu 118 Anklagen und 131 Strafbefehlen. 335 Verdächtige mussten sich seither vor Gericht verantworten.

In vielen Fällen geht es um organisierten Betrug

In den meisten Fällen geht es nach Angaben der Fachleute um Abrechnungsbetrug, etwa wenn Pflegedienste Leistungen abrechnen, die nicht erbracht worden, oder Apotheker Medikamente illegal verkaufen. Schmiergelder und Urkundenfälschung spielen demzufolge nur eine untergeordnete Rolle.

Wenn die Zentralstelle ermittle, gehe es meist um systematischen, organisierten Betrug, heißt es vom Ministerium. Dabei liege der Schaden schnell im sechs- oder sogar siebenstelligen Bereich.

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