Kräfte aus Osteuropa: Pflegebeauftragter fordert Änderungen

München (dpa/lby) - Die Coronavirus-Pandemie offenbart aus Sicht des Patienten- und Pflegebeauftragten der bayerischen Staatsregierung einmal mehr Defizite bei den Beschäftigungsverhältnissen in der Branche. "Gerade jetzt während der Corona-Krise kann jeder deutlich erkennen, dass der "graue Pflegemarkt" eine tragende Säule unseres heutigen Pflegesystems ist", erklärte Peter Bauer (Freie Wähler) am Donnerstag in München.
| dpa
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München (dpa/lby) - Die Coronavirus-Pandemie offenbart aus Sicht des Patienten- und Pflegebeauftragten der bayerischen Staatsregierung einmal mehr Defizite bei den Beschäftigungsverhältnissen in der Branche. "Gerade jetzt während der Corona-Krise kann jeder deutlich erkennen, dass der "graue Pflegemarkt" eine tragende Säule unseres heutigen Pflegesystems ist", erklärte Peter Bauer (Freie Wähler) am Donnerstag in München. "Denn geschlossene Grenzen und fehlende Arbeitspapiere reichen aus, um eine große Anzahl Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger bei uns in echte Not zu bringen!"

Schätzungen zufolge arbeiten nach Bauers Angaben mindestens 150 000 Haushaltshilfen aus Mittel- und Osteuropa in deutschen Familien, die wenigsten davon in regulär geregelten Arbeitsverhältnissen. Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch einen regulären Pflegedienst verursache Kosten im fünfstelligen Bereich, auf dem billigeren sogenannten grauen Pflegemarkt seien sie vierstellig.

"Traurig und beschämend, aber aus meiner Sicht nachvollziehbar, dass der "graue Pflegemarkt" für Pflegebedürftige und deren Angehörige zur einzigen finanziell tragbaren Alternative für eine stationäre Unterbringung wird", sagte Bauer. Auf der anderen Seite stünden meist Frauen, die bezahlte Arbeit suchen, um wiederum eigene Angehörige im Herkunftsland zu unterstützen. "Ein Teufelskreis, den die Verantwortlichen der Politik endlich durchbrechen müssen."

Der Landtagsabgeordnete forderte: "Wir müssen aus der aktuellen Krise lernen." Schon viel zu lange werde in Kauf genommen, "dass illegal Beschäftigte ohne Rechtssicherheit bei uns arbeiten und damit die ohnehin nicht stattlichen Tariflöhne unserer qualifizierten Pflegekräfte unterlaufen werden", sagte der Pflegebeauftragte. "Wir brauchen Qualifikations-, Arbeits-, Qualitäts- und Kontrollstandards, die nicht nur den Pflegekräften, sondern letztlich vor allem den Pflegebedürftigen sowie den sorgenden und pflegenden Angehörigen zu Gute kommen! Auf die lange Bank schieben, gilt nicht mehr!"

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