Kommen Schneefreunde auf ihre Kosten? So wird das Wetter im Winter

Kommen Schneefans in diesem Winter auf ihre Kosten? Die aktuellen Vorhersagen für das Wetter zeigen einen klaren Trend, der nicht jedem gefallen dürfte.
Christian Weihrauch |
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Wie wird das Wetter im Winter? Für Schneefreunde gibt es schlechte Nachrichten.
Wie wird das Wetter im Winter? Für Schneefreunde gibt es schlechte Nachrichten. © Andreas Arnold

Kinder bauen einen Schneemann, fahren Schlitten oder liefern sich eine Schneeballschlacht: Viele Menschen lieben einen Winter mit Schnee und besinnlichen Tagen. Doch Schneefans kommen in Deutschland immer seltener auf ihre Kosten, weil die Winter oft warm und regnerisch sind.

Doch ist es in diesem Jahr genauso? Wie wird das Wetter im Winter? Die aktuellen Langzeitprognosen zeigen einen eindeutigen Trend, der jedoch nicht jedem gefallen dürfte. Diplom-Meteorologe Dominik Jung hat für die AZ einen Blick auf die Prognosen für das Wetter im Winter geworfen.

Wetter im Winter: Vorhersagen bei Dezember-Prognose einig

Das amerikanische und das europäische Wettermodell sind sich bei der Grundrichtung einig: Der Winter 2026/27 dürfte zu mild werden. Den stärksten Wärmeüberschuss sehen die aktuellen Vorhersagen im Dezember. "Sowohl das US-Klimamodell CFS (NOAA) als auch das europäische Modell ECMWF zeigen für Deutschland eine positive Temperaturabweichung gegenüber dem Mittel 1991 bis 2020. Das CFS rechnet dabei deutlich wärmer als das ECMWF. Ich würde nach heutigem Stand von etwa 1 bis 2 Grad über dem Durchschnitt ausgehen", ordnet Jung ein.

Für München und das Umland gilt dieser Trend ebenfalls. Das Wetter im Dezember soll zu mild ausfallen. Winterfreunde müssen dennoch nicht auf Schnee und Frost verzichten. "Ein milder Monatsmittelwert schließt kalte Phasen mit Frost und etwas Schnee natürlich nicht aus. Sie dürften sich aber seltener durchsetzen und kürzer anhalten. Eine Monatsprognose zeigt eine Tendenz über mehrere Wochen, keinen Fahrplan für einzelne Tage", betont Jung.

Wie wird das Wetter in München? Mehr Niederschlag im Dezember erwartet

Beim Niederschlag setzt sich im Dezember der Trend aus dem November fort. Die beiden Langzeitmodelle prognostizieren einen eher zu nassen Monat. "Das europäische Modell zeigt ein ausgeprägtes Feuchtesignal vom Atlantik bis nach West- und Mitteleuropa. Das spricht für eine häufige Westwetterlage mit einer Abfolge von Tiefdruckgebieten", sagt Jung.

Deshalb spricht in München und dem Umland ebenfalls vieles dafür, dass mehr Niederschlag als im Schnitt fällt. "Bei milder Luft fällt im Flachland häufig Regen statt Schnee. In den Alpen und im Alpenvorland kann es bei Staulagen auch kräftiger schneien, oberhalb von etwa 1000 Metern bestehen die besseren Chancen", wirft Jung einen Blick auf die Schneewahrscheinlichkeit.

Ein Schneemann mit einem Hut ist auf einer Parkbank im Englischen Garten. In München soll es ebenfalls schneien, eine länger anhaltende Schneedecke soll es nicht geben.
Ein Schneemann mit einem Hut ist auf einer Parkbank im Englischen Garten. In München soll es ebenfalls schneien, eine länger anhaltende Schneedecke soll es nicht geben. © Katrin Requadt

So wird das Wetter im Januar: Vorhersagen für den zweiten Winter-Monat

Die aktuellen Vorhersagen für den Januar schließen sich dem Dezember an. Die Temperaturen sollen milder werden, allerdings nicht so deutlich, wie zunächst prognostiziert. Dem amerikanischen Wettermodell zufolge sollen die Temperaturen in Deutschland etwa ein bis zwei Grad über dem Klimamittel liegen, im Süden können es teilweise sogar zwei bis drei Grad sein. Das europäische Modell hingegen ist zurückhaltender und sieht den Januar nur leicht zu warm.

München liegt genau in der Region, in der die aktuellen Langzeitmodelle die größte Temperaturabweichung berechnen. Normalerweise liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund null bis einem Grad. Der Januar 2027 soll aber nun deutlich wärmer ausfallen. "Für Januar halte ich ein Mittel von einem bis drei Grad für realistisch, mit häufigeren Tageshöchstwerten zwischen fünf und zehn Grad. Bei Föhn können im Alpenvorland auch zweistellige Werte erreicht werden. Frostnächte wird es trotzdem geben, längere Dauerfrostphasen erwarte ich derzeit aber nicht", erklärt Jung.

Wetter in München: Diese Besonderheit gibt es

Eine Besonderheit gibt es für München allerdings: Wenn sich ein Hoch mit Inversionswetterlage festsetzt, kann es in der Stadt und im Umland tagelang trüb, nasskalt und frostig bleiben. In den Bergen dagegen wird es deutlich milder und sonnig. "Das kann die Bilanz lokal etwas drücken."

Beim Niederschlag sind sich beide Modelle im Januar nicht einig. Das amerikanische Wettermodell prognostiziert deutlich mehr Niederschlag als üblich, während das europäische Wettermodell von normalen bis leicht erhöhten Mengen ausgeht. "Konkret ergibt sich für Deutschland eine Tendenz zu leicht bis deutlich überdurchschnittlichen Niederschlägen", ordnet Jung ein.

Wie stehen die Chancen auf Schnee im Januar? Experte redet Klartext

Und wie stehen die Chancen auf Schnee? "Die entscheidende Frage ist die Temperatur. Bei einer milden Westwetterlage mit Atlantiktiefs fällt ein Großteil davon im Flachland als Regen. Schnee ist vor allem ein Thema für die Mittelgebirge oberhalb von etwa 600 bis 800 Metern und natürlich für die Alpen. Bei viel Regen auf teils gefrorenem oder gesättigtem Boden und gleichzeitiger Schneeschmelze in den Bergen ist zudem ein erhöhtes Hochwasserrisiko möglich, das sollte man im Blick behalten", ordnet Jung die Wetter-Vorhersage ein.

München und das Umland schließen sich dem allgemeinen Deutschlandtrend an. Während in München im Januar normalerweise 45 bis 55 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen, sollen es nach aktuellen Prognosen dieses Mal 55 bis 75 Liter fallen.

Gibt es Schnee im Winter? Die aktuellen Prognosen sagen eher milde Monate voraus.
Gibt es Schnee im Winter? Die aktuellen Prognosen sagen eher milde Monate voraus. © Stefan Sauer

Schnee auch in München? Aktuelle Vorhersage für das Wetter im Januar

Dabei stehen die Chancen auf Schnee besser als in anderen Regionen Deutschlands. "München hat mit gut 500 Metern Höhe und der Nähe zu den Alpen bessere Schneechancen als etwa das Rheinland. Ein paar Schneetage mit kurzzeitig weißer Landschaft sind daher durchaus drin, besonders bei Kaltluftvorstößen von Norden und Nordosten", macht Jung Schneefans Hoffnung.

Einen dauerhaft verschneiten Januar soll es in München allerdings nicht geben. "Eine geschlossene, wochenlang liegende Schneedecke in der Stadt erwarte ich nach heutigem Stand aber nicht. Im Oberland und in den Bergen sieht es deutlich besser aus. Dort könnten die erhöhten Niederschläge in höheren Lagen sogar für eine ordentliche Schneeauflage sorgen", ordnet Jung ein.

Wetter im Februar: Prognose beim letzten Winter-Monat uneinig

Beim Wetter im Februar sind sich die Wettermodelle uneinig. Während das amerikanische Modell einen eher milden Monat prognostiziert, sagt das europäische Modell einen durchschnittlichen Februar voraus. "Ein kälterer Abschnitt zum Winterende ist damit zumindest nicht ausgeschlossen. Unterm Strich spricht aber mehr für einen zu milden als für einen zu kalten Winter. Das passt auch zum Klimatrend der letzten Jahre: Wirklich kalte Winter sind in Deutschland selten geworden", so Jung.

Für München und das Umland sieht es ähnlich aus. "Für den Februar gilt dieselbe Unsicherheit wie bundesweit: eher mild, aber mit einem gewissen Risiko für einen späten Kälteeinbruch", sagt Jung. Beim Niederschlag liegen München und das Umland im bundesweiten Trend. Die erwartete Menge bewegt sich nach aktuellen Vorhersagen im normalen Bereich.

Fazit zum Wetter im Winter: "Februar ist die große Unbekannte"

Dominik Jungs Fazit zum Wetter im Winter 2026/27: "Der Dezember dürfte nach jetzigem Stand mild und nass ausfallen, weiße Weihnachten in München wären eher eine Überraschung. Der Januar tendiert ebenfalls zu mild, der Februar ist die große Unbekannte. Insgesamt deutet vieles auf einen zu milden und zu nassen Winter hin."

Bei der Prognose für das Wetter im Winter handelt es sich um erste Trends, keine Tagesprognosen. Die Vorhersagen können sich noch ändern. Je näher der Winter rückt, desto genauer werden die Prognosen.

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  • Guidomuc vor 11 Stunden / Bewertung:

    Na das ist angesichts der Gasmangellage doch supi. Und da München ohnehin erst beginnt, die Räumfahrzeuge aufzutanken - was mehrere Tage dauern kann - und Streugut zu beschaffen wenn schon 10cm Schnee auf den Straßen liegt, ist das doch eine gute Nachricht, können sich alle Verantwortlichen wie auch in den letzten Jahren einfach mal wieder hinlegen.

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