Königsfischen in Straubing: "Sinnlos getötet" - Peta zeigt knapp 200 Angler an

Sie sollen bei einem Wettbewerb in Straubing sinnlos Fische getötet haben. Die Argumente der Tierschützer und wie sich der Verein wehrt.
| Christoph Urban, AZ
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Das Königsfischen ist in Straubing Tradition – hier ein Bild von der Veranstaltung im vergangenen Jahr.
BFV Straubing Das Königsfischen ist in Straubing Tradition – hier ein Bild von der Veranstaltung im vergangenen Jahr.

Straubing - Angler in Aufruhr: Peta hat nach eigenen Angaben alle 193 Teilnehmer des diesjährigen Königsfischens in der Gäubodenstadt Straubing angezeigt. Der Vorwurf der Tierschützer: Beim Gemeinschaftsfischen des Bezirksfischereivereins Ende Juli seien Fische sinnlos getötet worden – insgesamt seien 70,6 Kilo Fische gefangen worden.

Peta teilt schriftlich zu dem Fall mit: "Es handelt sich bei dieser Wettbewerbsveranstaltung um einen Verstoß gegen § 17 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes, denn die Tötung der Fische hatte das Ziel, den schwersten Fisch zu fangen und erfolgte somit ohne einen gerechtfertigten Grund im Sinne des Gesetzes." Peta sieht Angeln demnach nur gerechtfertigt, wenn es zum Nahrungserwerb dient.

Vorsitzender wehrt sich: "Alle Fische werden verwertet"

Reinhold Maier, Vorsitzender des beschuldigten Straubinger Vereins, wehrt sich: "Alle Fische, die bei unserem Königsfischen gefangen wurden, werden verwertet." Viele davon wurden zu Fischpflanzerl verarbeitet und beim Fischerfest im nahen Aiterhofen verkauft. Der Rest werde bei einem weiteren Fischerfest in der Region verzehrt.

Dass die Fische sinnlos getötet wurden, wie es Peta den Teilnehmern vorwirft, kann Maier nicht nachvollziehen. Seiner Meinung nach geht es bei den Anzeigen nur um eins: Denunzierung. Sie seien eine Masche des Tierschutzvereins, um Spendengelder zu akquirieren.

Wie ist Peta überhaupt auf die Veranstaltung in Straubing gekommen? Dass ein Straubinger den Tierschutzverein auf die Veranstaltung hingewiesen hat, hält Jörg Kuhn, Geschäftsführer des Fischereiverbands Niederbayern, für unwahrscheinlich. "Bei diesen Anzeigen geht es nur um Außenwirkung – das ist rein populistisch", sagt auch Kuhn. Peta würde im Internet gezielt nach Berichten über Veranstaltungen dieser Art suchen und aus Textbausteinen Anzeigen erstellen.

In fünf Jahren hat Peta etwa 50 Anzeigen gegen Verbände gestellt

Es ist nicht die erste Anzeige gegen eine Fischer-Veranstaltung in Niederbayern: Im Mai 2016 zeigte Peta 59 Teilnehmer eines Preisfischens in Stephansposching (Landkreis Deggendorf) an. Die Pressemitteilung zur Anzeige gegen die Stephansposchinger Angler ist fast vollständig identisch mit der aktuellen Mitteilung zur Anzeige gegen die Straubinger Fischer – nur die Namen des Vereins und des Fischerkönigs wurden ausgetauscht.

Etwa 50 Strafanzeigen gegen Fischereiverbände hat Peta nach Angaben eines Sprechers in den vergangenen fünf Jahren erstattet. Auch beim Fischereiverband Niederbayern würden sich Meldungen über Anzeigen des Vereins häufen, sagt Kuhn. "Das sorgt für persönliche Betroffenheit bei den Teilnehmern", fügt er an. Und auch die Ehrenamtlichen im Verein treffe es hart: "Sie richten das Königsfischen ihres Vereins aus wie seit 50 Jahren – und plötzlich soll es nicht rechtens sein."

Kontakt zu Peta Deutschland habe er nicht aufgenommen, sagt Kuhn. "Die Vorwürfe sind so an den Haaren herbeigezogen, dass wir ihnen kein Forum bieten wollen." Was bei den Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft Regensburg gegen die 193 Teilnehmer herauskommt, ist bisher ungewiss. 

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