Knobloch fürchtet, nichts erreicht zu haben

Die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat ein bitteres Fazit ihrer Bemühungen um Aussöhnung und ihres Kampfes gegen Antisemitismus gezogen. Der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag) sagte sie: "Ignatz Bubis hat kurz vor seinem Tod gesagt: Ich habe nichts erreicht.
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Charlotte Knobloch. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild
dpa Charlotte Knobloch. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild

München/Hamburg - Die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat ein bitteres Fazit ihrer Bemühungen um Aussöhnung und ihres Kampfes gegen Antisemitismus gezogen. Der Wochenzeitung "Die Zeit" (Donnerstag) sagte sie: "Ignatz Bubis hat kurz vor seinem Tod gesagt: Ich habe nichts erreicht. Ich habe ihm damals persönlich widersprochen. Aber jetzt erreichen mich diese Worte selbst. Wenn ich mir die derzeitige Situation anschaue, denke ich manchmal: Du hast doch auch nichts erreicht."

Sie habe gehofft, dass das Miteinander von Juden und Nichtjuden in Normalität übergehe und sie dies noch erlebe, sagte Knobloch weiter. "Im Moment sehe ich eher das Gegenteil." Sie habe gelernt, dass sich Hass nur begrenzt eindämmen und nie ganz überwinden ließe.

Die 87-jährige Knobloch überlebte versteckt in Mittelfranken den Holocaust und war von 2006 bis 2010 Präsidentin des Zentralrats der Juden. Heute ist sie die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

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