Klimawandel: Aus für Schlepplift am Zugspitzgletscher

Steile Hänge, schwindendes Eis: Der Plattlift auf dem Zugspitzgletscher wird abgebaut. Warum der Klimawandel Skifahren an der Zugspitze verändert.
dpa |
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Weil der Nördliche Schneeferner unaufhaltsam schmilzt, muss nun ein Skilift abgebaut werden. (Archivfoto)
Weil der Nördliche Schneeferner unaufhaltsam schmilzt, muss nun ein Skilift abgebaut werden. (Archivfoto) © Matthias Balk/dpa
Garmisch-Partenkirchen

An der Zugspitze muss ein Lift infolge der fortschreitenden Gletscherschmelze komplett abgebaut werden. Nach zwei Wintern Stillstand beginnt am 20. März der Rückbau des Plattlifts auf dem Nördlichen Schneeferner. Er ist einer der vier letzten deutschen Gletscher und durch den Klimawandel massiv vom Abschmelzen betroffen. Der "Münchner Merkur" hatte zuerst berichtet. 

Weil sich das vermeintlich ewige Eis an Deutschlands höchstem Berg so massiv zurückzieht, ist die Piste, vor allem aber der Ausstieg des 1967 eröffneten Schlepplifts extrem steil geworden. Was früher eine leichte - blau ausgezeichnete - Piste war, ist nun schwieriges Gelände, eine schwarze Piste. Zum anderen hängen die Seile zu hoch, an denen die Liftbügel befestigt sind. 

"Indikator für den Klimawandel"

Immer wieder hatte man gehofft, den Lift doch noch laufen lassen zu können - zumindest bei viel Schnee. Doch zuletzt war der Lift in der Saison 2023/2024 in Betrieb. Nun ist die Entscheidung zum Abbau gefallen. "Es ist ein Indikator für den Klimawandel", sagte die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Laura Schaper. "Es ist ein ernstes Thema."

Die Stützen stehen wie bei Gletscherliften üblich auf Eis ohne Fundament im Boden. Die Seile des Lifts halten dabei die Pfeiler aufrecht. Senkt sich durch den Rückgang des Eises der Boden, werden die Pfeiler durch die Seile nach oben gezogen. 

Seil wird durch Sprengladung zertrennt 

Zunächst sollen die Seile mit einer Schneidladung getrennt werden, die Sprengstoff enthält. Danach werden die insgesamt sechs Stützen umfallen. In den folgenden Wochen sollen die Teile entfernt und ins Tal gebracht werden.

Es ist schon der dritte Lift im Gletscherbereich der 2.962 Meter hohen Zugspitze, der abgebaut werden muss. Es gab früher noch einen Gletschersee-Schlepplift sowie einen Doppel-Sessellift beim Südlichen Schneeferner, der bereits seinen Status als Gletscher verloren hat.

Gletscher verschwinden binnen der nächsten zehn Jahre

Spätestens in etwa zehn Jahren, so bisher die Prognose der Wissenschaftler, wird es in Deutschland keine Gletscher mehr geben. Als Nächstes werden Forschern zufolge Watzmann- und Blaueisgletscher bei Berchtesgaden ihren Status als Gletscher verlieren, danach der Nördliche Schneeferner. Ende des Jahrzehnts dürfte er nicht mehr als Gletscher gelten. Als letztes trifft es vermutlich den Höllentalferner im Zugspitzgebiet - doch auch ihm gaben Wissenschaftler zuletzt nur noch maximal zehn Jahre.

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