Nach fast 60 Jahren: Aus für Deutschlands letztes Gletscherskigebiet

Der Klimawandel mit der Gletscherschmelze hat Folgen auch für den Skibetrieb. Nach fast 60 Jahren wird der Plattlift auf dem Zugspitzgletscher abgebaut. Das hat auch einen emotionalen Aspekt.
AZ/ dpa |
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An der Zugspitze als höchstem Berg Deutschlands gab es bisher einen letzten Gletscherlift. (Archivbild)
An der Zugspitze als höchstem Berg Deutschlands gab es bisher einen letzten Gletscherlift. (Archivbild) © picture alliance / Angelika Warmuth/dpa

An der Zugspitze geht just einen Tag vor dem Welttag des Gletschers (21. März) eine Ära zu Ende: Dort wird der letzte auf einem Gletscher gebaute Lift in Deutschland abgebaut. Nach zwei Wintern Stillstand soll am Freitagnachmittag der Rückbau des Plattlifts auf dem Nördlichen Schneeferner beginnen. 

Nach Ende des Skibetriebs soll eine kleine Sprengladung die Seile des Lifts durchtrennen, damit sollen die Stützen umfallen. Denn sie stehen nur auf Eis, ohne Fundament im Boden. Nur die Seile halten sie aufrecht. 

Weil sich das vermeintlich ewige Eis an Deutschlands höchstem Berg so massiv zurückzieht, war die Piste, vor allem aber der Ausstieg des 1967 eröffneten Schlepplifts extrem steil geworden. Was früher eine leichte - blau ausgezeichnete - Piste war, wurde zuletzt schwieriges Gelände, eine schwarze Piste. Mit dem Absenken des Bodens hängen zudem die Seile zu hoch.

Bis zu acht Meter Dicke verloren 

Immer wieder hatte die Bayerische Zugspitzbahn gehofft, den Lift doch noch laufen lassen zu können, wenn viel Schnee das fehlende Eis etwas ausgleicht. Doch zuletzt war der Lift in der Saison 2023/2024 in Betrieb. Deshalb fiel schließlich die Entscheidung zum Abbau. 

Im Bereich der Lifttrasse habe der Gletscher sieben bis acht Meter in der Vertikalen eingebüßt, erläuterte dazu der Geograf Wilfried Hagg von der Hochschule München, der gerade mit dem Glaziologen Christoph Mayer von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) neue Daten zu den vier letzten bayerischen Gletschern veröffentlicht hat. Der Schlepplift sei durch diese starke Absenkung der Eisoberfläche nicht mehr haltbar. Hagg: "Damit verliert Deutschland sein einziges Gletscher-Skigebiet."

Der Plattlift ist der dritte und letzte Lift im Gletscherbereich der Zugspitze, der verschwindet. Es gab früher noch einen Gletschersee-Schlepplift sowie einen Doppel-Sessellift beim ehemals fünften bayerischen Gletscher, dem Südlichen Schneeferner, der bereits 2022 seinen Status als Gletscher verloren hat. "Hier oben kann man den Gletscher beim Schmelzen zusehen. Das ist ein ernstes Thema", sagt Zugspitzbahn-Sprecherin Laura Schaper.

Ein Schlepplift auf dem Nördlichen Schneeferner - hier im Sommer. (Archivbild)
Ein Schlepplift auf dem Nördlichen Schneeferner - hier im Sommer. (Archivbild) © Matthias Balk/dpa

Rekordschmelze

Deutschlands letzte Gletscher schmelzen den Forschern zufolge insgesamt in Rekordgeschwindigkeit. Sie büßten innerhalb von nur zwei Jahren von 2023 bis 2025 mehr als ein Viertel ihrer Fläche ein. Eine Million Kubikmeter Eis gingen insgesamt verloren. 

Vom Blaueisgletscher und Watzmanngletscher in den Berchtesgadener Bergen gibt es nur noch klägliche Reste - sie könnten schon bald ihren Status als Gletscher verlieren. Bis Ende des Jahrzehnts könnte der Nördliche Schneeferner betroffen sein. Am längsten wird sich absehbar der Höllentalferner im Zugspitzgebiet halten, er liegt eher schattig. Doch auch ihm gaben Wissenschaftler zuletzt nur noch maximal zehn Jahre. Deutschland wird damit voraussichtlich im Laufe der 2030er Jahren keinen einzigen Gletscher mehr haben.

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  • Der wahre tscharlie am 20.03.2026 17:03 Uhr / Bewertung:

    Bis zu acht Meter Dicke Eis verloren.
    Der Klimaleugner würde sagen, das ist ganz normal, denn es gab schon immer Zeiten, in denen es mal wärmer und kälter war. Eventuell würde er auch auf die Eiszeit verweisen. Ironie aus.

    Das Schlimme ist, dass dies weltweit passiert.
    Und unsere Wirtschaftsministerin Rich setzt wieder auf vermehrt auf Gas und Öl, anstatt auf Erneuerbare.

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  • Therapeut am 20.03.2026 14:44 Uhr / Bewertung:

    Tatsachen, die bedrücken.
    Traurig, dass manche, die es einfach nicht wahrhaben wollen, noch immer die gleichen abgegriffenen und widerlegten "Argumente " abspulen:
    "Klimawandel gab es schon immer..."
    - stimmt, aber noch nie innerhalb von 200 Jahren, also seit Beginn der Industrialisierung, derart drastisch -
    ..."der Klimawandel wird nicht vom Menschen verursacht..." -
    Nachgewiesen falsch. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Klimawandel seit und durch die Industrialisierung verursacht wird. - "Das kleine Deutschland kann sowieso nichts ausrichten. " - Falsch. In D leben 1% der Weltbevölkerung. Wir verursachen aber 2% des globalen CO2 Ausstoß. In anderen Bereichen liegen wir sogar deutlich weiter vorne. Als Müllverursacher z.B. liegen wir weltweit an vierter Stelle.
    Wir verfügen über erhebliche finanzielle und technologische Mittel etwas dagegen zu tun.
    Jeder Mensch und jedes Land kann im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas tun. Die ersten werden zukünftig Vorreiter sein.

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  • Therapeut am 20.03.2026 14:08 Uhr / Bewertung:

    Tatsachen, die bedrücken.
    Traurig, dass diejenigen, die es einfach nicht wahrhaben wollen, immer noch die abgegriffenen und widerlegten "Argumente " abspulen:
    "Klimawandel gab es schon immer..."
    - stimmt, aber noch nie innerhalb von 200 Jahren, also seit Beginn der Industrialisierung, derart drastisch -
    ..."der Klimawandel wird nicht vom Menschen verursacht..." -
    Nachgewiesen falsch. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Klimawandel seit und durch die Industrialisierung verursacht wurde. -
    "Wir können als kleines Deutschland sowieso nichts ausrichten. " -
    Falsch. In Deutschland lebt 1% der Weltbevölkerung, dennoch verursachen wir 2% des globalen CO 2 Austoßes.
    In vielen anderen Bereichen liegen wir sogar deutlich weiter vorne.
    Als Müllverursacher z.B. liegen wir weltweit an vierter Stelle!
    Wir sind also in vielen Bereichen maßgeblich an Umweltverschmutzung und Klimawandel beteiligt.
    Wir verfügen über finanzielle und technologische Mittel, etwas dagegen zu tun.

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