Klassik-Stars und Videospielmusik

Die Klassik-Saison 2010/2011 bietet Nürnbergs E-Musik Freunden von Top-Solisten über konzertante Orchester-Wettstreite einiges - ein Wegweiser
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Gefeierter Superstar am Flügel: Lang Lang kommt am 27. Oktober 2010 und nächstes Jahr am 10. April erneut nach Nürnberg.
az Gefeierter Superstar am Flügel: Lang Lang kommt am 27. Oktober 2010 und nächstes Jahr am 10. April erneut nach Nürnberg.

Nürnberg - Die Klassik-Saison 2010/2011 bietet Nürnbergs E-Musik Freunden von Top-Solisten über konzertante Orchester-Wettstreite einiges - ein Wegweiser

IIn Großbuchstaben und mit Ausrufezeichen versehen: Selbstbewusst schreien die Nürnberger Symphoniker im Programm für die Saison 2010/11 ihre Reihe der zehn Abonnementkonzerte in der Meistersingerhalle heraus. Sie haben auch allerlei Grund dazu. Die letzte Saison verlief prächtig, die Konzerte waren umjubelt, und auch im nächsten Jahr empfangen Alexander Shelley und sein Orchester hochkarätige Gäste. Ganz ohne Johann Sebastian Bach kommt diesmal der Pianist Martin Stadtfeld aus und leitet mit den Symphonikern am 5. und 6. Januar mit Beethovens 2. Klavierkonzert das neue Jahr ein. „GEPFEFFERT!“ - so preisen die Programmschreiber den zweiten großartigen Pianisten an, der zusammen mit Gastdirigent Lutz Köhler einen ungarischen Themenabend bestreiten wird mit dem hungarophilen Romantiker Johannes Brahms, dem ungarischen Kosmopoliten Franz Liszt und dem Vollblutungarn Béla Bartók.

Aber auch die Konkurrenz bietet viel. Leise Töne und zarte Melodien mit Schlagwerk - oft ein Paradoxon, doch der 26-jährige Martin Grubinger aus Österreich zeigt mit seinem Schlag- und Streichorchester am 18.9. in der Meistersingerhalle mit seinem umjubelten Projekt „The Percussive Planet“, wie's geht und spielt sich e-musikalisch durch Raum und Zeit. Gerade einmal 21 Jahre alt ist Benyamin Nuss aus Bergisch Gladbach. Der Pianist macht seiner „Generation Playstation“ alle Ehre und daddelt auf seinem Flügel am 14.11. die Videospielmusik aus „Final Fantasy“ oder „Blue Dragon“, die der japanische Komponist Nobuo Uematsu für Solo-Klavier bearbeitete. So lockt man die Jugend in die klassischen Konzertsäle! Am 27. Oktober und nächstes Jahr am 10. April spielt mit dem großartigen Klaviertechniker Lang Lang ein weiterer zum Klassik-Popstar degradierter Musiker auf.

Ebenfalls unter 30 ist auch die argentinische Cellistin Sol Gabetta, die schon vor einem halben Jahr das Publikum der Nürnberger Meistersingerhalle begeisterte. Sie wird es am 29. Dezember ebendort sicherlich wieder tun. Über 30 hingegen ist der Geigenstar Julian Rachlin, der am 19.10. Jean Sibelius' Violinkonzert mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra in der Meistersingerhalle spielt. Es ist in dieser Saison nicht das einzige Gastorchester. Unter der Leitung von Nikolaj Znajder proben die Münchner Philharmoniker am 28.11. schon mal für die Zeit ohne Christian Thielemann, ehe mit Beethovens Neunter am 27. 12. die Münchner Symphoniker mit dem Nürnberger Philharmonischen Chor das Jahr ausklingen lassen. Das inoffizielle Eröffnungskonzert der Saison bestreiten am 17.9. die Nürnberger Philharmoniker – ganz konventionell mit Mozart und Strauss, ehe sie sich am 15.10. in die zeitgenössische Musik wagen. Die ist – wie auch bei den Symphonikern – in dieser Saison eher selten.

Dafür haben die Philharmoniker Gespür für gepflegte Bombastik: Zusammen mit dem Hans Sachs-Chor und drei weiteren Chören lassen sie zum Mahler-Jahr den Komponisten mit der 2. Symphonie am 21.1. auferstehen. Am 18.2. muss sich Mozarts A-Dur-Klavierkonzert gegen Richard Wagners Rienzi-Ouvertüre und Auszügen aus der Götterdämmerung durchsetzten. Ein Konkurrenz-Programm zu Martin Stadtfelds Zusammenspiel mit den Symphonikern bieten die Philharmoniker am 18.3. mit der 26-jährigen venezolanischen Pianistin Gabriela Martínez: Auch sie spielt Beethovens zweites Klavierkonzert. Doch die Konkurrenz zwischen den beiden Orchestern belebt das Geschäft, und am Ende freut sich immer der Nürnberger. Vor allem 24. Juli und am 6. August, wenn die beiden Orchester wieder beim Open Air am Luitpoldhain zum Massenpicknick einladen. M. Theiss

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