Schloss Neuschwanstein: Diese exklusiven Einblicke gibt es nun
König Ludwigs Schlösser glänzen seit 2025 als Weltkulturerbe. Was die Besucherzahlen in Bayern betrifft, lag das Schloss Neuschwanstein im Allgäu erneut auf Platz eins mit mehr als einer Million Menschen. Zur Einordnung: Über fünf Millionen Menschen insgesamt haben im vergangenen Jahr die Sehenswürdigkeiten der Bayerischen Schlösserverwaltung besucht.
Doch zurück zum beliebtesten aller Kini-Schlösser: Wer keine Zeit hat, (erneut) dorthin ins Allgäu zu fahren, mag vielleicht – hier oder dort – zumindest einen digitalen Einblick in die Welt des berühmten Märchenschlosses von König Ludwig II. erhaschen.
Das Münchner Unternehmen VR-Dynamix hat nun eine neue Reihe digitaler Erlebnisse rund um Ludwig II. von Bayern, den legendären "Märchenkönig", angekündigt. Das erste Projekt der Reihe "Ludwig II. – Virtuell: Neuschwanstein" soll am 24. März erscheinen – "auf Steam, Meta und im Google Play Store", wie es in einer Mitteilung heißt. Die AZ hat den Geschäftsführer der Firma VR-Dynamix, Jürgen Dudowits, vorab gefragt, was man bei dieser virtuellen Reise erleben kann.
Kinis Visionen und Einblicke in das Märchenschloss
Nur manche der Anwendungen sind kostenfrei: "Es gibt auf dem Google Play Store für Handy oder Tablet die Möglichkeit, die Echtzeit-3-D-Reise durch das Schloss Neuschwanstein zu verfolgen", erläutert er mit Blick auf die genannte Ankündigung unter anderem – die "Basisversion" sei hier kostenlos.
"Die Außenansicht zeigt das Schloss Neuschwanstein, wie es Ludwig II. ursprünglich geplant hatte, aber nicht mehr umsetzen konnte", verrät Dudowits. Die Grundlage für die virtuelle Rekonstruktion hätten historische Pläne, Skizzen und Textdokumente geliefert, sagt er. Ebenfalls niemals umgesetzt werden konnte "der von Ludwig geplante Bergfried", so Dudowits zudem, "der höchste Turm der Burg", der in Wahrheit natürlich nicht existiere.
Ebenfalls zu sehen sei in der kostenlosen Version "ein Highlight, das zwar im Schloss Neuschwanstein umgesetzt wurde, aber nicht für Besucher zugänglich ist", sagt er: nämlich die sogenannte Torbauwohnung, die sich im Torbau befinde, "dem ersten Bautrakt von Neuschwanstein, der damals, 1873, fertiggestellt wurde".
Schloss Neuschwanstein: Virtueller Einblick in die Torbauwohnung
Ludwig II. habe das Wohn- und Speisezimmer der Torbauwohnung auch als Arbeitszimmer genutzt, erfährt man unter anderem in dem virtuellen Rundgang, in dem Informationen auch interaktiv abrufbar seien.

"Ludwig hat immer vom Fliegen geträumt", so Softwareentwickler Dudowits – deshalb zeige der virtuelle Rundgang auch eine Szene, wo ein lenkbares Luftschiff über dem Schloss Neuschwanstein fahre. "Es ist nicht hundertprozentig bewiesen, dass der Ludwig folgendes Projekt gefördert hat, nämlich ein lenkbares Luftschiff von Gustav Koch", räumt er ein. Auch bei dieser virtuellen Rekonstruktion sei man auf Basis historischer technischer Zeichnungen vorgegangen, sagt er.
Schloss Neuschwanstein im Allgäu ein Publikumsmagnet
Zurück zu den berühmten Sehenswürdigkeiten im echten Leben: Dass es trotz eines Gästerekords in Bayern 2025 bei den Besuchern der Denkmäler keinen Höchstwert zu vermelden gab, hatte der Präsident der Schlösserverwaltung, Herrmann Auer, vor allem mit einer Änderung beim größten Touristenmagneten begründet: Im Schloss Neuschwanstein dürften Besuchergruppen bei Führungen nach der Generalsanierung nicht mehr so groß sein wie früher. Ziele seien dabei ein respektvollerer Umgang mit der Sehenswürdigkeit und ein besseres Besuchserlebnis.

Ein Ausflug lohnt sich in jedem Fall. So idyllisch in der Allgäuer Voralpenlandschaft gelegen wirkt auch das echte Bauwerk fast unwirklich, wie aus einem Märchen.
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