Umbau von Hotel in beliebter Urlaubsregion verzögert sich um Jahre

Auf dem Eckerbichl wird gebaut. Am Kempinski Hotel Berchtesgaden entsteht eine Baustraße, der beheizte Außenpool mit Bergpanorama ist seit dem 5. Oktober gesperrt. Was der Berchtesgadener Bauausschuss im Herbst 2022 einstimmig gebilligt hat, nimmt damit Gestalt an.
Die Bayerische Landesbank (BayernLB), Eigentümerin des Fünf-Sterne-Hauses, baut den Spa-Bereich aus, allerdings mit erheblicher Verspätung. Ursprünglich sollten die Arbeiten 2024 beginnen und höchstens zwei Jahre dauern. Nun ist die Eröffnung des neuen Spas für das Frühjahr 2029 geplant.
Fünf neue Außenbecken geplant: Was am Kempinski entsteht
Am Konzept hält die Bank fest. "Das Projekt wird wie 2022 geplant im Wesentlichen unverändert umgesetzt", teilt BayernLB-Pressesprecher Matthias Lücke auf Anfrage mit. Vorgesehen ist eine Erweiterung um mehr als 1500 Quadratmeter, zum Teil unterirdisch. Geplant sind fünf neue Außenbecken, eine größere Saunalandschaft, mehr Ruhefläche und ein terrassenförmig angelegtes Außengelände.
Der Entwurf stammt vom Münchner Architekten Klaus Keune. Alle notwendigen Genehmigungen liegen nach Angaben Lückes vor. Ob die Pläne dafür angepasst werden mussten, lässt er offen. Die Verzögerung begründet der Sprecher in einem einzigen Satz. Der Baubeginn habe sich "vor allem aufgrund geopolitischer und dadurch wirtschaftlicher Unsicherheiten" verschoben. Näher erläutert Lücke das nicht. In die Zeit seit der Vorstellung der Pläne fielen allerdings die Energiekrise und ein kräftiger Anstieg der Baupreise.
Projekt soll Millionensumme kosten
Umso mehr interessiert, was das Vorhaben heute kostet. Die Antwort fällt knapp aus: "Wir bitten um Verständnis, dass wir zu Baukosten keine Auskünfte erteilen." Schon 2022 war lediglich von einer Millionensumme die Rede. Ob sie seither gewachsen ist, bleibt offen. Die Zurückhaltung ist bemerkenswert, denn die BayernLB gehört mehrheitlich dem Freistaat, und auch Fördergeld soll in das Projekt fließen. Zwar trage die Bank als Eigentümerin die Kosten. "Sofern die Richtlinien es zulassen, sollen auch Fördermittel genutzt werden", sagt Lücke aber, etwa für energieeffiziente Technik.

Das Hotel hat am Obersalzberg eine besondere Stellung. Es ist Teil des Zwei-Säulen-Konzepts der Staatsregierung: Das Luxushaus steht für die touristische Nutzung des Bergs, die nahe Dokumentation Obersalzberg für die Aufarbeitung seiner NS-Vergangenheit. Eröffnet wurde das Hotel 2005 unter der Marke Intercontinental, seit 2015 führt es Kempinski im Auftrag der Landesbank. Der bisherige Spa mit Innen- und Außenpool, drei Saunen und einer Wasserbett-Lounge galt schon zur Eröffnung als bescheiden für ein Haus dieser Kategorie.
Bauarbeiten beginnen im Herbst 2026
Genau darum geht es der Eigentümerin. Die BayernLB wolle "die Positionierung des Hotels als alpines Luxusresort stärken und den Hotelgästen ein zeitgemäßes Wellnessangebot unterbreiten", erklärt Lücke. Und er fügt hinzu: "Damit wird natürlich auch die Wirtschaftlichkeit verbessert." Eine Erneuerung des Bestands allein kam deshalb nicht infrage. "Eine reine Sanierung hätte diesem Anspruch nicht Rechnung getragen."

Für die Gäste bedeutet die lange Bauzeit Einschränkungen. Auf seiner Internetseite weist das Hotel bereits darauf hin. Unter der Überschrift "Bauarbeiten ab Herbst 2026" informiert es, dass im Außenbereich des Spas und im Innenhof gearbeitet wird und der Außenpool seit dem 5. Oktober nicht mehr zur Verfügung steht. Innenpool, Saunen, Behandlungsräume und Fitnessbereich seien dagegen weiterhin geöffnet.
Zeitweise Schließung des Spas
Das wird nicht so bleiben. Der Innenbereich solle "so lange wie möglich" zur Verfügung stehen, sagt der Pressesprecher. "Für die Modernisierung der bereits vorhandenen Spa-Flächen ist allerdings eine zeitweilige komplette Schließung des Spas leider unumgänglich." Wann und für wie lange, sagt er nicht. Von der 2022 angekündigten mehrwöchigen Schließung des gesamten Hotels ist keine Rede mehr.
Unbeantwortet bleiben auch Fragen, die über das Hotel hinausreichen. Mehr Becken und größere Saunen dürften mehr Energie und Wasser verbrauchen. Lücke gibt sich gelassen: "Wir gehen davon aus, dass sich der Energieverbrauch des Hotels durch den Einbau moderner Technik nicht wesentlich erhöht." Zum Wasserverbrauch äußert er sich nicht. Was Anwohner und Besucher am Obersalzberg in den kommenden zweieinhalb Jahren an Baustellenverkehr erwartet? Die Belastung werde "so gering wie möglich gehalten", versichert Lücke.