„Katastrophal– so wie wir“

Club-Trainer Hecking attestiert nach dem 1:3 gegen Bremen seinen Profis und Schiri Weiner eine miserable Leistung
| Markus Löser
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Nicht nur bei seinen Kartenspielen lag Schiedsrichter Michael Weiner konsequent daneben. Was alle Cluberer mächtig in Rage brachte.
Wolfgang Zink Nicht nur bei seinen Kartenspielen lag Schiedsrichter Michael Weiner konsequent daneben. Was alle Cluberer mächtig in Rage brachte.

NÜRNBERG Zwischenprüfung mit null Punkten. Am Freitag Englisch, heute Sport, zwischendrin das 1:3 gegen Bremen. Für Ilkay Gündogan, der den Ehrentreffer besorgte, ist es nur ein kleiner Trost, dass dieses Ergebnis nicht in seine Abitur-Note einfließt. Und für die Club-Fans war die vermasselte Hausaufgabe ein Dämpfer der Träume von der Euro League. „Jetzt müssen wir uns wieder steigern und in der Länderspielpause gut arbeiten“, weiß Gündogan. Der 20-Jährige blickt seiner schulischen Reifeprüfung dennoch optimistisch entgegen. Ein anderer ist schon glatt durchgefallen: Schiri Michael Weiner.
Club-Trainer Dieter Hecking sucht die Schuld an der ersten Niederlage seit neun Spielen aber nicht alleine beim 42-jährigen Polizeirat aus Giesen, aber: „Was sich der Mann in Schwarz geleistet hat, war genauso katastrophal wie unsere Leistung.“ Weiner hatte nicht zum ersten Mal einen rabenschwarzen Tag.

 

"Ich war mir meiner Sache sicher"


„Wegen diesem Schiri sind wir im Pokal rausgeflogen“, zischte der Bremer Torsten Frings mit einer Portion Genugtuung. Beim Zweitrunden-K.o. bei den Bayern (1:2) hatten sich die Bremer von Weiner verschaukelt gefühlt. Ob Heckings zweideutige Aussage über den Referee damit etwas zu tun hat? „Für mich liegt die Begründung für seine Entscheidungen auf der Hand. Ich behalte sie aber für mich.“
Werder hatte jedenfalls keinen Grund, sich zu beschweren. Kapitän Frings am allerwenigsten. Der unterstrich seinen Job als Abräumer mit teils brutalen Tritten gegen Gündogan, Almog Cohen & Co.. Trotz mehrfacher „letzter Ermahnung“ blieb er bis zur 59. Minute von Gelb verschont.
Bei der Bewertung von Zweikämpfen lag Weiner so konsequent daneben, wie beim Kartenziehen wegen Reklamierens. Frings, Fritz und Silvestre durften wort- und gestenreich ihren Unmut äußern. In denselben Fällen sahen die Cluberer Christian Eigler, Javier Pinola (Gelb-Sperre in Köln) und Torhüter Raphael Schäfer den Karton. „Acht Mal habe ich Weiner hingewiesen, er solle Pizarro fragen, ob es Foul war“, echauffiert sich Schäfer über die Schwalbe des Peruaners vor dem Elfer zum belanglosen 1:3 (89.): „Aber er hat mir mit Gelb-Rot gedroht. Scheinbar ist es zu viel verlangt, dass man sich auf dem Platz normal unterhält.“ Sieht Weiner, Schiri beim Club-Pokalsieg 2007 über Stuttgart, auch so: „Ich kann doch nicht bei jeder einfachen Szene den Spieler befragen. Ich war mir meiner Sache sicher.“

 

"Ich erwarte auch vom Schiri Charakter"


Kapitän Andy Wolf tobt: „Ich erwarte auch vom Schiri Charakter. Insgesamt waren es katastrophale Entscheidungen. Gegen zwölf Mann hatten wir keine Chance.“ Hecking war wie seine Spieler völlig irritiert: „Die Jungs wussten irgendwann nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen. Einmal hü, einmal hott, dann wieder ganz lange Leine. Weiner hatte keine Linie.“ Nur der vierte Offizielle, Christian Schößling, kam gut weg: „Er hat gemerkt, dass ich auf 180 bin, hat mich sehr moderat wieder auf den Boden geholt.“
Letztlich, gesteht Hecking, „haben wir uns den Zahn selbst gezogen“. Spielerisch lief nichts: keine Bewegung, keine Ideen, keine Punkte. „Ich würde mich noch mehr über den Schiri aufregen, wenn die Niederlage unverdient gewesen wäre. Das war sie aber nicht“, sagt Hecking.
Für Gündogan geht es im Abi heute mit Sport weiter. Sein Trainer witzelt: „Er darf sich aus vier Fragen eine aussuchen. Da nimmt er Curling.“ Für die laufende „Eisputz“- WM der Frauen in Dänemark sind die Unparteiischen längst eingeteilt. Schade, Herr Weiner, oder?

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