Kardinal Marx warnt vor Entmenschlichung durch KI
Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, warnt angesichts des verstärkten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) vor dem Verlust der Menschlichkeit. "Wenn wir menschlich bleiben wollen, müssen wir unsere eigenen Grenzen anerkennen, dass wir vulnerabel sind, dass wir gebrechlich sind, dass wir sterben und auch, dass wir einander brauchen, dass wir füreinander da sind und sein wollen", sagte er laut Mitteilung seines Bistums bei einer Veranstaltung zu KI und Kirche in Baden-Württemberg.
Scheinbar schwache Eigenschaften wie Gebrechlichkeit und Verletzbarkeit seien "ein wesentlicher Teil des Menschen, den man nicht überwinden oder beseitigen soll, weil wir sonst das Menschliche verlieren", sagte Marx.
Mit Sorge betrachte er Tendenzen zur Entmenschlichung und "Selbsterhöhung, als könnten wir mit dieser Technologie alle Probleme lösen, alle Krankheiten heilen und unsterblich werden".
Marx sieht Gefahr für Demokratie
Daneben könne KI auch eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Extremistische Kräfte erweckten gezielt den Eindruck, "dass sich die liberalen Demokratien erschöpft haben, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Probleme zu lösen". All das werfe die Frage auf: "Haben unsere offenen Gesellschaften, die auf Wahrheit, Menschenwürde, Menschenrechten basieren, eine Zukunft?"
Dieser Entwicklung wolle er sich nicht geschlagen geben. Hoffnung macht ihm, dass er seit einiger Zeit eine Gegenbewegung wahrnehme, die auch Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika "Magnifica Humanitas" in Gang gebracht habe.
Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de
- Themen:
- Reinhard Marx
