Kampf für Zugang zu Wasser: Preis für Chilenen Mundaca

Nürnberg (dpa/lby) - Sein Kampf für einen freien Zugang zu Wasser hat dem Chilenen Rodrigo Mundaca den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis eingebracht. Die mit 15 000 Euro dotierte Ehrung wurde dem 58-jährigen Agraringenieur am Sonntag im Nürnberger Opernhaus verliehen.
| dpa
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Nürnberg (dpa/lby) - Sein Kampf für einen freien Zugang zu Wasser hat dem Chilenen Rodrigo Mundaca den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis eingebracht. Die mit 15 000 Euro dotierte Ehrung wurde dem 58-jährigen Agraringenieur am Sonntag im Nürnberger Opernhaus verliehen. Mundaca setze sich mit bewundernswertem Mut für das fundamentale Recht auf Wasser ein, hieß es in der Begründung der Jury.

Mundaca ist Generalsekretär der Organisation Modatima, die sich in seiner nördlich von Santiago de Chile gelegenen Heimatregion Petorca für die freie Verfügbarkeit von Wasser starkmacht. Ihr Kritikpunkt: Weil 90 Prozent der Wasserrechte in Chile privatisiert seien, könnten dort große Agrarunternehmen, die hauptsächlich Avocados und Zitrusfrüchte für den Export anbauen, Wasser aus Flüssen für ihre Plantagen und private Brunnen ableiten. Konflikte mit Kleinbauern und der Bevölkerung seien die Folge.

Wegen seines Engagements wird Mundaca nach Angaben seiner Unterstützer bedroht und verfolgt. Er lebe in ständiger Furcht und stehe aufgrund von Morddrohungen unter Polizeischutz. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International startete sogar eine internationale Kampagne, um sich für ihn einzusetzen und seine Arbeit bekannter zu machen. Neben seinem Engagement für freien Wasserzugang hilft Mundaca Bauern bei der nachhaltigen und ökologischen Produktion von Avocados. Die Jury hege die Hoffnung, dass die Auszeichnung Mundaca den notwendigen Schutz gibt, sein Engagement unter weniger Gefahren fortzusetzen, teilte die Stadt Nürnberg mit.

In einem seiner Bücher schrieb Mundaca: "Wir können auf all die Luxusgüter, die uns umgeben, verzichten, aber ohne Wasser ist das Leben unwiederbringlich bedroht. Die Zeiten und Fristen laufen ab, heute ist die Wassergewinnung für alle ein ethisches, ein moralisches Gebot, morgen wird es zu spät sein."

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