Kabinett: BR soll heimische Musik besonders sichtbar machen

Nein, man wolle keinen Anti-Trump-Rundfunk, sagt Markus Söder. Sein Kabinett hat aber klare Vorstellungen, was die künftige Musikauswahl im Bayerischen Rundfunk angeht.
von  dpa
Das bayerische Kabinett macht sich Gedanken über die Musikauswahl im BR. (Archivbild)
Das bayerische Kabinett macht sich Gedanken über die Musikauswahl im BR. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Der Bayerische Rundfunk soll nach Vorstellung des bayerischen Kabinetts bayerischer, deutscher und europäischer Musik in seinen Hörfunkprogrammen einen besonderen Stellenwert einräumen. Das jedenfalls will die Staatsregierung im Bayerischen Rundfunkgesetz festschreiben, wie die Staatskanzlei nach einem entsprechenden Kabinettsbeschluss mitteilte.

Künftig soll der BR demnach maximal sechs Hörfunkprogramme veranstalten dürfen, unabhängig vom Ausspielweg. "Drei Programme müssen die Bereiche Information, Kultur und Heimat abdecken. Musik bayerischer, deutscher und europäischer Künstler soll im Hörfunkangebot besonders sichtbar sein", hieß es in der Mitteilung der Staatskanzlei.

Junge Menschen sollen zudem im Gesamtangebot "angemessen" berücksichtigt werden. Und die Staatsregierung will mit einer "Informationsquote von mindestens 60 Prozent im BR‑Fernsehen" den Kernauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stärken.

Auf die Nachfrage, ob dies bedeute, dass künftig weniger US-amerikanische Musik gespielt werden solle, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU): "Mehr heimisch heißt nicht: weniger aus einem Land." Es werde auch sicher keinen "Anti-Trump-Rundfunk" geben. Es gebe aber zwei, drei Dinge, die dem Kabinett wichtig seien. "Das eine ist mehr Heimatnähe, was ja für einen Bayerischen Rundfunk eine gute Idee ist, denn es ist eine Farbe, eine Färbung, die richtig ist." Und Söder sagte: "Uns ist wichtig, den Infoteil weiter zu fixieren." Dort habe der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine absolute Stärke.

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