Jetzt amtlich: Sommer mit Hitzerekorden in Bayern

Der diesjährige Sommer in Bayern hat nach nunmehr amtlicher Feststellung in mehrfacher Hinsicht Hitzerekorde aufgestellt: Laut dem Landesamt für Umwelt wurden nicht nur neue Höchsttemperaturen in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken gemessen, sondern es gab auch so viele Hitzetage wie nie seit Beginn der systematischen Erfassung.
Die landesweite Durchschnittstemperatur lag laut den vom Deutschen Wetterdienst erhobenen Daten von Juni bis August bei rund 20 Grad, mehr als drei Grad über dem Mittel der Jahre 1971 bis 2000 und so warm wie seit dem "Jahrhundertsommer" 2003 nicht mehr. In Schwaben sowie Ober- und Niederbayern war es im Schnitt sogar wärmer als vor 23 Jahren. Abgesehen davon fiel ein Drittel weniger Regen als üblich.
Oberfranken war am wenigsten heiß
Im bayernweiten Schnitt gab es demnach gut 26 "Hitzetage" mit Temperaturen von über dreißig Grad. Das war laut Landesamt die höchste Zahl seit Beginn der systematischen Erfassung im Jahr 1951. Hinzu kamen sechs "sehr heiße Tage" mit Werten von über 35 Grad. Die höchsten Temperaturen wurden am 26. und 27. Juni mit jeweils 40,8 Grad im unterfränkischen Kitzingen gemessen - das erste Mal, dass in Bayern die 40-Grad-Marke überschritten wurde. Unterfranken war mit 31 Hitzetagen auch der wärmste Regierungsbezirk. Weniger als 20 Hitzetage gab es nur im vergleichsweise hoch gelegenen Oberfranken.
Viel weniger Regen als im langjährigen Schnitt
Die durchschnittliche Regenmenge von Juni bis August lag bei rund 210 Liter pro Quadratmeter, etwas mehr als zwei Drittel des Schnitts der Jahre 1971 bis 2000. Der Sommer 2026 gehört damit laut Landesamt zu den neun trockensten Sommern in Bayern seit Beginn der Messdaten im Jahr 1931. "Besonders belastend ist die Kombination verschiedener Faktoren", sagte LfU-Vizepräsident Ralph Neumeier. "Fehlt über längere Zeit Niederschlag und treiben hohe Temperaturen zugleich die Verdunstung an, trocknen Böden aus und die Wasserstände sinken."
Der diesjährige Sommer reiht sich damit in die längerfristige Entwicklung höherer Temperaturen und geringerer Regenfälle im Sommer ein. Flächendeckend gemessen werden die Temperaturen in Bayern seit dem 19. Jahrhundert, die systematische Erfassung von Niederschlag, Hitzetagen, Sonnenscheinstunden und anderer Parameter begann jedoch erst später.