Italo-Zecken bringen neue Krankheiten

Klimaerwärmung und Globalisierung: Jetzt wird’s exotisch – Tiere, die als potenzielle Überträger in Frage kommen, haben sich schon angesiedelt.
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Ein erwachsenes Zeckenweibchen der Gattung "Gemeiner Holzbock". Wenn es wärmer wird, wird er sich wohl nicht bei uns halten.
dpa Ein erwachsenes Zeckenweibchen der Gattung "Gemeiner Holzbock". Wenn es wärmer wird, wird er sich wohl nicht bei uns halten.

MÜNCHEN - Klimaerwärmung und Globalisierung: Jetzt wird’s exotisch – Tiere, die als potenzielle Überträger in Frage kommen, haben sich schon angesiedelt.

Wer nach Brasilien, Paraguay oder Argentinien reist, riskiert, Gelbfieber zu bekommen, in Ostafrika, Indien, Sri Lanka, Singapur grassieren Chikungunya-Epidemien – und auch wer daheim bleibt, kann sich nicht darauf verlassen, von exotischen Krankheiten verschont zu bleiben. In Zeiten der Globalisierung reisen nicht nur Menschen, sondern auch Krankheiten und Vektoren (das sind Tiere, die Krankheiten übertragen). Immer mehr von ihnen lassen sich auch in Bayern nieder oder stehen vor der Tür.

„Der gemeine Holzbock“

Zum Beispiel Zecken. „Der ,gemeine Holzbock’, der FSME überträgt, wird sich, wenn es wärmer und trockener wird, bei uns nicht halten“, sagte Prof. Thomas Löscher, Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der LMU. Stattdessen kommen die Geschwister des Holzbocks aus dem Süden: Dermacentor-Zecken etwa, die das Mittelmeer-Zeckenstichfieber auslösen können: Blutungen in Haut, Herz und Gehirn mit teilweise tödlichem Ausgang. Oder die „Braune Hundezecke“, die Reisende häufig unbeabsichtigt mitbringen, wenn sie streunende Hunde aus Italien mit nach Hause nehmen.

Auch das Q-Fieber (query fever), eine Art Sommergrippe, kombiniert mit Lungenentzündung oder Hepatitis, könnte in Bayern heimisch werden – ebenfalls dank der Dermacentor-Zecke. Am Oberrhein, im Maintal und auf der Schwäbischen Alb, wurde die Zecke bereits nachgewiesen.

214 Menschen erkrankten 2007 in Norditalien

Sogar das Chikungunya-Fieber, eine Krankheit, die mit Fieber und Gelenkbeschwerden einhergeht und auch „Gebeugter Mann“ genannt wird, hat es bereits bis nach Norditalien geschafft. 2007 erkrankten dort 214 Menschen, einer starb. Überträger für die Krankheit ist die asiatische Tigermücke, die in den 90er Jahren in Südeuropa heimisch wurde.

Die gute Nachricht: Seit ein paar Monaten erstatten einige gesetzliche Krankenkassen Reiseimpfungen, z.B. die teuren Hepatitis A und B-Impfungen bzw. Malariaprophylaxen oder Tollwutimpfungen. Die großen Kassen, AOK, DAK und Barmer, machen da allerdings nicht mit.

Daniela Transiskus

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