Irrtum im Wald wird zur Gefahr für drei kleine Katzen

Zwei Frauen entdecken im Wald junge Kätzchen, halten sie für ausgesetzte Hauskatzen. Doch tatsächlich ist alles anders. Und mit großem Aufwand gibt es ein tierisches Happy End.
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Auch wenn es zunächst so wirkt - das sind keine kleinen Hauskatzen. Sondern Wildkatzen.
Auch wenn es zunächst so wirkt - das sind keine kleinen Hauskatzen. Sondern Wildkatzen. © Struck/LRA Bamberg/dpa
Bamberg

In einem Waldstück im Landkreis Bamberg haben zwei Frauen drei junge Kätzchen gefunden und sie irrtümlich für Hauskatzen gehalten. Erst im Tierheim stellte sich heraus: Es waren Wildkatzen. Aber würde ihre Katzenmutter die Tiere wieder akzeptieren? Oder müssen sie in einer Auffangstation groß gezogen werden? Experten starteten eine aufwendige Aktion zur tierischen Familienzusammenführung - mit Erfolg. 

Die Jungtiere sind inzwischen wieder bei ihrer Mutter im Wald, das Tier hat die kleinen Katzen wieder angenommen.

Tierheim? Purer Stress für die Wildtiere

Die Hunde der beiden Frauen hatten im Wald die Jungtiere aufgespürt. Junge Wildkatzen und grau getigerte Hauskatzen seien optisch kaum zu unterscheiden, hieß es in einer Mitteilung des Landratsamts Bamberg. Die Jungtiere landeten schließlich im Tierheim, wo klar wurde: Die Tiere waren keine hilflosen Hauskatzen, sondern junge Wildkatzen, die sehr wohl im Wald gut klarkommen. Das Problem: Im Tierheim waren sie Stress ausgesetzt durch laute Geräusche und fremde Gerüche. Zudem könnten sie mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. Die Tiere blieben aber in der Quarantänestation.

In einer mit Laubstreu getarnten Transportbox wurden die Jungtiere schließlich zurück in das Waldstück gebracht. Rundherum wurden Wildtierkameras installiert, damit die Experten via Handy checken konnten, was passieren würde. Und tatsächlich: Um drei Uhr morgens kam eine erwachsene Wildkatze zur Box.

"Wir sind uns sicher, dass es sich bei dem adulten Tier um die Mutter der drei Kätzchen handelt und die Kleinen – wie es richtig ist – in der Natur aufwachsen können. Wir sind sehr froh, dass das geklappt hat", sagte Bernhard Struck, Fachreferent für Naturschutz an der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts.

Achtung: Hunde nicht im Wald stöbern lassen!

Die Behörde rät: Zum Schutz von Wildkatzen sollten Hunde nicht im Wald stöbern dürfen. Wer dennoch grau getigerte Katzen entdecke, solle sie nicht mitnehmen - sondern Kontakt zu den Naturschutzbehörden oder zum Bund Naturschutz (BN) aufnehmen. 

Nach BN-Angaben kommt die einst in Bayern ausgerottete Wildkatze inzwischen in Nordbayern "mit hoher Wahrscheinlichkeit in allen geeigneten Wäldern wieder vor – wenn auch noch in geringer Dichte".

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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