Insel-Gastro am Chiemsee geschlossen: So soll es weitergehen
Schon ab 1. Juni 2026 soll der neue Wirt oder die neue Wirtin bestenfalls loslegen: Doch wer wird künftig Ausflügler und Gäste im Gasthaus "Zur Linde" auf der Fraueninsel begrüßen?
Die Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee ist aktuell auf der Suche, nur noch bis 30. April 2026 läuft die Bewerbungsfrist für interessierte Gastronomen.
Schon über 20 Rückmeldungen
Ende des Jahres 2025 war die Gaststätte an die Schlösserverwaltung zurückgegeben worden. Die Schlösserverwaltung teilt der AZ mit: "Nach Veröffentlichung des Pachtangebots konnten bislang bereits mehr als 20 Interessentinnen und Interessenten verzeichnet werden, wobei erfahrungsgemäß bis zum Ende der Bewerbungsfrist noch weitere Bewerbungen eingehen können."
Der Gastro-Betrieb könnte unmittelbar beginnen
Im Anschluss soll zeitnah die Auswahl beginnen. "Der konkrete Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Betriebs ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig und liegt letztlich auch im Ermessen der neuen Pächterseite", heißt es auf AZ-Anfrage. Gesucht wird laut Ausschreibung ein Pächter ab 1. Juni 2026.
Die Voraussetzungen für einen Neustart, baulich und technisch, seien bereits weitgehend geschaffen. "Sämtliche Wartungs- und Reinigungsarbeiten wurden durchgeführt und notwendige Malerarbeiten sind erfolgt, sodass der Gastronomiebetrieb unmittelbar starten könnte."

Aktuell werde noch der Wohnbereich für Bedienstete saniert. Zur Eröffnung will man damit fertig sein. "Lediglich die Hotelzimmer müssen durch die neue Pächterin oder den neuen Pächter noch ausgestattet werden."
Warum der bisherige Wirt aufgehört hat, teilt die Schlösserverwaltung nicht mit und verweist an den früheren Pächter. Eine Anfrage blieb zunächst unbeantwortet. Wie die "OVB Heimatzeitungen" schreiben, hatte der bisherige Pächter 2019 übernommen.
Betrieb mit rund 600 Jahren Tradition
Was ist an dem Lokal am Chiemsee besonders? Die Schlösserverwaltung preist es so an: "Das Besondere am Gasthaus Zur Linde liegt in seiner einzigartigen Lage unmittelbar neben der Klosteranlage auf der Fraueninsel sowie in seiner rund 600-jährigen Geschichte."
In "zentraler und zugleich sehr reizvoller Insellage" biete das Traditionshaus eine besondere Atmosphäre "mit unterschiedlichen Gasträumen, einem großzügigen Biergarten und der Möglichkeit eines angeschlossenen Hotelbetriebs".

Die Verantwortlichen wünschen sich eine erfahrene und leistungsfähige Person, "die oder der idealerweise bereits an anderer Stelle gastronomisch erfolgreich tätig war und das besondere Potenzial dieses traditionsreichen Standorts qualitätsvoll weiterentwickeln kann".
Diese Gastro-Angebote gibt es auf der Fraueninsel
In der Stellenausschreibung heißt es zur Größe des Betriebes, dass es rund 170 Plätze gibt. Zuzüglich 170 Plätze im Veranstaltungssaal sowie für 300 Besucher auf der Freiterrasse.
Die Fraueninsel ist die Nachbarin der Herreninsel (mit Königsschloss Herrenchiemsee) im "Bayerischen Meer". Sie ist rund zwölf Hektar groß (Vergleich Herreninsel: circa 240 Hektar). Die Chiemsee-Schifffahrt steuert Frauenchiemsee das ganze Jahr über an. Rund 200 Einwohner leben auf dem Eiland.
Der Chiemsee-Alpenland-Tourismus teilt der AZ auf Anfrage mit, wie es mit den Gastronomien auf der Fraueninsel ansonsten bestellt ist: Demnach gibt es den Klosterwirt und das Inselbräu-Bräustüberl sowie das "47° La Riva" als Biergarten am See. "Außerdem bieten die Chiemsee-Fischer auf der Fraueninsel kleine Speisen wie Fischsemmeln oder Räucherfisch zum Mitnehmen oder Vor-Ort-Essen an." Der Inselwirt sei leider aktuell ebenfalls geschlossen.
Die Bayerische Schlösserverwaltung sucht im Übrigen auch einen neuen Pächter für die Orangerie Ansbach im Hofgarten. Hier ist allerdings noch mehr Zeit: ab 2027.

