Initiatoren: Sehr hohe Beteiligung an Bienen-Volksbegehren

Die entscheidende Zehn-Prozent-Hürde hatte das Volksbegehren Artenvielfalt schon vorzeitig übersprungen. Am Donnerstag wird auch amtlich feststehen, wie deutlich. Die Initiatoren prognostizieren auf Basis der bislang vorliegenden Zahlen bereits einen sehr hohen Wert.
| dpa
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Eine Biene sammelt den Nektar von einem rosafarbenen Sonnenröschen. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv
dpa Eine Biene sammelt den Nektar von einem rosafarbenen Sonnenröschen. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv

München (dpa/lby) - Das Volksbegehren Artenvielfalt hat die entscheidende Zehn-Prozent-Hürde nach Prognosen der Initiatoren und Bündnispartner sehr deutlich übersprungen. Man steuere womöglich sogar auf einen neuen Rekord zu, erklärten Vertreter des Bündnisses am Mittwochabend in München. Die Beauftragte des Volksbegehrens, Agnes Becker (ÖDP), nannte im Bayerischen Fernsehen - als vorläufige Zahlen - eine Beteiligung von 16 bis 17 Prozent. "Das wird ein historischer Tag für die Naturschützer in Bayern werden", sagte Grünen-Landtagsfraktionschef Ludwig Hartmann. Die offiziellen Ergebnisse will der Landeswahlleiter am Donnerstag veröffentlichen.

Für einen Erfolg der Initiative, die unter dem Slogan "Rettet die Bienen" lief, waren die Unterschriften von mehr als zehn Prozent aller Wahlberechtigten nötig, also knapp eine Million. Diese Hürde war nach Angaben der Initiatoren schon vorzeitig übersprungen worden. Damit ist der Weg für einen Volksentscheid für mehr Artenschutz frei.

Die bislang höchste Beteiligung an einem Volksbegehren in Bayern war im Jahr 1967 verzeichnet worden: 17,2 Prozent der Wahlberechtigten beteiligten sich damals an einem Volksbegehren zur Schulpolitik.

Das aktuelle Volksbegehren zielt auf Änderungen im bayerischen Naturschutzgesetz. Biotope sollen besser vernetzt, Uferrandstreifen stärker geschützt und der ökologische Anbau gezielt ausgebaut werden. Kritiker wie der Bauernverband warnen aber beispielsweise vor den geforderten höheren Mindestflächen für den ökologischen Anbau.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der wegen des großen Erfolgs des Volksbegehres unter Zugzwang ist, will bei einem Runden Tisch Kompromissmöglichkeiten ausloten. Das erste Treffen soll bereits am kommenden Mittwoch (20. Februar) stattfinden. Söders Ziel ist, möglichst einen alternativen Gesetzentwurf vorzulegen, mit dem am Ende alle leben können. Ob das gelingt, ist aber völlig offen.

Becker betonte bereits, sie werde an den Forderungen aus dem Gesetzentwurf des Volksbegehrens festhalten. "Wir gehen mit allem guten Willen in das Gespräch hinein", sagte sie. "Aber die Messlatte ist unser Gesetzentwurf." Dieser sei schon ein Kompromiss gewesen.

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