Immer mehr Räder von Obike werden in München beseitigt

München (dpa/lby) - Viele der größtenteils zerstörten und fahruntauglichen Fahrräder des wirtschaftlich angeschlagenen Leihanbieters Obike sind aus München verschwunden. Das Problem werde zusehens weniger, sagte der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul.
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Ein Rad des Verleihunternehmens "Obike" ist in einem Baum versteckt worden. Foto: Peter Kneffel/Archiv
dpa Ein Rad des Verleihunternehmens "Obike" ist in einem Baum versteckt worden. Foto: Peter Kneffel/Archiv

München (dpa/lby) - Viele der größtenteils zerstörten und fahruntauglichen Fahrräder des wirtschaftlich angeschlagenen Leihanbieters Obike sind aus München verschwunden. Das Problem werde zusehens weniger, sagte der städtische Radverkehrsbeauftragte Florian Paul. Private Firmen und Unternehmen hätten die Räder eigenständig weggeräumt und teilweise weiterverwertet. Unter anderem hatte ein großes Münchner Fahrradgeschäft seinen Kunden eine "Aufräumprämie" von 100 Euro versprochen, wenn sie beim Kauf eines neuen Rads ein Obike abgeben. Rein rechtlich sei das Diebstahl, hieß von der Stadt. Man gehe aber nicht davon aus, dass sich Obike dagegen wehren werde.

Die Stadtverwaltung muss mit ihrer angekündigten Räumung der verbleibenden Obikes noch wenige Wochen warten. Eine entsprechende Beseitigungsanordnung sei noch nicht rechtens, so Paul. Er rechnete damit, dass die Behörden im Dezember oder Januar die noch immer herumliegenden Räder wegräumen können. Zahlreiche orangefarbene Räder liegen zerstört in Parks oder auf den Gehsteigen der bayerischen Landeshauptstadt, manche hängen sogar in Bäumen. Jegliche Versuche der Stadt, Obike zu kontaktieren, waren zuletzt erfolglos geblieben. "Wir haben seit einem halben Jahr nichts mehr gehört", sagte Paul.

Obike war erst im vergangenen Jahr gegründet worden und bietet in mehreren europäischen Städten seine Leihräder an. Gründer Shi Yi hatte im Juli in einem Interview von wirtschaftlichen Schwierigkeiten gesprochen. Für Unruhe hatte auch die Insolvenz von Obike Singapur gesorgt. Auf die Geschäfte an anderen Standorten habe dies aber keine Auswirkungen, hatte der Anbieter im Juni erklärt.

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