Igittigitt: Die vielleicht ekligste Ausstellung des Jahres

Hier sind starke Nerven gefragt: Im Nürnberger Tiergarten ist eine Ekel-Ausstellung eröffnet worden, die die eigenen Sinne auf eine harte Probe stellt. Die ekligen Exponate haben allerdings einen wissenschaftlichen Hintergrund.
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Eine Riesen-Totenkopfschabe krabbelt auf dem Unterarm der Kuratorin Alexandra Lang. Foto: Nicolas Armer
dpa Eine Riesen-Totenkopfschabe krabbelt auf dem Unterarm der Kuratorin Alexandra Lang. Foto: Nicolas Armer

Nürnberg (dpa/lby) - Die ganze Palette des Ekels gibt's im Nürnberger Tiergarten in einer Sonderschau zu sehen und zu riechen: ausgedrückte Pickel in Großaufnahme, 25 lebende Schaben, üble Gerüche. "Wir wollen, dass die Leute Gefühle bekommen, am besten Ekel", sagte Kuratorin Alexandra Lang bei der Vorstellung der ungewöhnlichen Exponate am Mittwoch. Am Eingang können die Besucher eklige Filmszenen anschauen und danach bewerten, wie schlimm sie diese finden. "Denn jeder ekelt sich über andere Dinge", erläuterte Lang, die selbst zum Beispiel Filz nicht anfassen mag. Bei Mit-Kurator Thomas Rode haben die Recherchen für die Ausstellung mit dem Titel "Ganz schön eklig" sogar Spuren hinterlassen: Er ekelt sich jetzt vor Löchern. Dafür gibt es sogar einen Fachbegriff: Trypophobie.

Das unterschiedliche Ekelempfinden wird auch bei der Auswahl verschiedener Rezepte aus aller Welt in der Schau deutlich: So gelten lebende Maden in Käse auf der italienischen Insel Sardinien als teure Delikatesse, in den Anden sind Meerschweinchen fester Bestandteil der traditionellen Küche. Wer da tatsächlich Appetit bekommt, kann die Rezepte gleich mitnehmen.

In der Bionik-Forschung, bei der technische Probleme nach dem Vorbild der Natur gelöst werden, müssten oft Ekelgrenzen überwunden werden, betonte Eva Gebauer, die Leiterin des Bionicums im Nürnberger Tiergarten, wo die Ausstellung gezeigt wird. So seien Schleimpilze, Stinkwanzen und Kakerlaken schon Ideengeber für raffinierte Technik gewesen.

Fast schon wie kleine Kunstwerke sehen dagegen die Bakterien aus, die Besucher zum Beispiel von einem Abstrich ihres Handy-Displays züchten können. In der Ausstellung kann außerdem an einem tierischen Parfüm geschnuppert werden, Läuse lassen sich unter die Lupe nehmen und in einem Video sind verwesende Tiere zu sehen.

Wenn jemandem von so viel Ekelhaftem schlecht wird und er sich dann auf die Toilette im Bionicum flüchtet, hat er übrigens Pech gehabt: Dort haben die Kuratoren Bilder von verschiedenen Tieren aus dem Tiergarten und deren Ausscheidungen an die Wand geklebt. Abstand halten sollte man demnach besser von Pinguinen, die ihren Kot mit Hochdruck verteilen und der bis zu 40 Zentimeter weit fliegen kann. Die Ausscheidungen von Wombats - in Australien lebende Säugetiere - sind dagegen kleine, braune Stücke. "Die sehen eigentlich aus wie Brownies", sagte Alexandra Lang. - Die Ausstellung ist bis Ende 2019 zu sehen.

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