IG Metall beginnt erste Warnstreiks in Bayern

Mitternacht, eine Stunde Stillstand: Bei RF360 Europe legte die Nachtschicht die Arbeit nieder. Wie es am Montag weitergeht und wie die Arbeitgeber reagieren.
AZ/dpa |
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Bereits in der Nacht zum Sonntag gab es in Bayern einen ersten Warnstreik. (Symbolbild)
Bereits in der Nacht zum Sonntag gab es in Bayern einen ersten Warnstreik. (Symbolbild) © Matthias Bein/dpa
München

Auch in Bayern hat die IG Metall mit Warnstreiks begonnen. Bereits um Mitternacht begann die erste Aktion in einem Unternehmen, das Komponenten für Mobilfunkgeräte herstellt. Die Nachtschicht von RF360 Europe habe für eine Stunde die Arbeit niedergelegt, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Beschäftigte von Aerotech in Peißenberg wollten am Abend folgen. Am Montag sollen die Warnstreiks dann ausgeweitet werden - zum Verdruss der Arbeitgeber. 

Die IG Metall will in der laufenden Tarifauseinandersetzung der Metall- und Elektroindustrie Druck machen. Dazu wollten zum Wochenstart Beschäftigte von 34 Betrieben in Bayern ihre Arbeit niederlegen. 

Nicht nur "Verzicht der Beschäftigten"

Die Gewerkschaft zeigt sich kämpferisch. "Wir erwarten von den Arbeitgebern ein Bekenntnis zum Standort und zu den Menschen in den Betrieben. Sie müssen auch selbst Beiträge leisten, statt nur den Verzicht der Beschäftigten zu fordern", hatte IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Horst Ott im Vorfeld erklärt. 

Arbeitgeber: Unangebrachtes Säbelrasseln

Die Arbeitgeberseite sprach von althergebrachten Ritualen und Erpressung durch Blockaden. Die Warnstreiks seien "völlig unangebracht", hieß es vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Die Branche stecke in einer der tiefsten und längsten Konjunktur- und Strukturkrisen, so Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Zudem habe man innerhalb der Friedenspflicht ein tragfähiges und angemessenes Angebot vorgelegt. 

Die IG Metall zeigte sich damit jedoch nicht zufrieden. Sie fordert fünf Prozent mehr Entgelt auf zwölf Monate und will eine tariflich verankerte Gewinnbeteiligung bei Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage. Der vbm hatte eine Einmalzahlung im kommenden Jahr und eine Erhöhung um 1,3 Prozent im Juli 2028 angeboten.

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