Hunderte Nachbarschaftsstreits jährlich vor Gericht

Streit und Ärger mit Nachbarn sind keine Seltenheit. Wenn nichts anderes hilft, müssen am Ende Gerichte entscheiden.
dpa |
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Viele Nachbarn streiten, und manche Streitigkeiten landen auch vor Gericht. (Archivbild)
Viele Nachbarn streiten, und manche Streitigkeiten landen auch vor Gericht. (Archivbild) © David-Wolfgang Ebener/dpa
München

Krach um Kuhglocken auf dem Land, um zu hohe Hecken und Bäume, um bellende Hunde oder um falsch geparkte Autos: Hunderte Nachbarschaftsstreits landen in Bayern Jahr für Jahr vor Gericht. Im vergangenen Jahr zählten die Amtsgerichte zusammen 785 neue Verfahren. Das sind etwas weniger als im Jahr zuvor (820), die Zahlen bewegen sich aber weiter auf einem konstant hohen Niveau. 2023 waren bei den Amtsgerichten 791 Neueingänge gezählt worden, im Jahr 2022 waren es 930 neue Verfahren.

Justizminister Georg Eisenreich (CSU) betonte: "In Bayern ist vor dem Gang zum Gericht bei klassischen Nachbarschaftsstreitigkeiten wie etwa Lärmbelästigung oder Gartenbepflanzung eine außergerichtliche Streitschlichtung gesetzlich vorgeschrieben." Zusätzlich zu den im vergangenen Jahr neu eingegangenen Verfahren habe es 48 Berufungsverfahren bei den Landgerichten gegeben.

Eisenreich wirbt für "klärendes Gespräch am Gartenzaun"

Spitzenreiter in absoluten Zahlen war das Amtsgericht München mit 57 neuen Verfahren, gefolgt von Nürnberg mit 34 Neueingängen und Rosenheim mit 29 neuen Verfahren. Es geht aber auch anders – ganz ohne Streit, jedenfalls ohne dass dafür Gerichte bemüht werden: Im Gerichtsbezirk Gemünden am Main landete 2025 kein einziger Fall eines Nachbarschaftsstreits vor Gericht.

"Das wirksamste Mittel, um eine Eskalation zu vermeiden, ist immer noch ein klärendes Gespräch am Gartenzaun", sagte Eisenreich. "Wenn das alles nicht mehr hilft, ist es wichtig, nicht nur die eigenen Rechte zu kennen, sondern auch die des Nachbarn zu akzeptieren." Deshalb gibt es vom bayerischen Justizministerium etwa eine Broschüre "Rund um die Gartengrenze" mit Informationen zu den entsprechenden privatrechtlichen Vorschriften.

Die Zahlen der Gerichte spiegeln möglicherweise auch nicht die ganze Wahrheit wider, was das Verhältnis zwischen Nachbarn in Bayern angeht. Das Justizministerium verwies auf eine repräsentative Umfrage der Allianz Direct, wonach Bayern das Flächenland mit den meisten Nachbarschaftsstreits in Deutschland sei. Fast 58 Prozent der Befragten hätten demnach schon einmal Ärger mit dem Nachbarn gehabt. Die wenigsten Fälle aber landen vor Gericht.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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