Hitze in Bayern: Wassertretanlage in beliebter Kurstadt muss vorübergehend stillgelegt werden

Im Stadtgebiet von Bad Wörishofen stehen normalerweise 24 öffentliche Kneippanlagen zur freien Nutzung allen Besuchern offen. Kurgäste aus ganz Deutschland, aus Österreich oder zum Beispiel aus der Schweiz nutzen dieses städtische Angebot im Sommer, um sich an den vielen Wassertretstellen oder "Armbädern" ein klein wenig Erfrischung zu gönnen.
Doch infolge der Hitze kommt es ausgerechnet in der Stadt, in der einst der Hydrotherapeut Sebastian Kneipp wirkte, zum Teil zu Einschränkungen. Denn aufgrund der anhaltenden Trockenperiode seien die Grundwasserpegel in und um Bad Wörishofen in den vergangenen Wochen "auf ein dramatisches Niveau" gesunken, schrieb die Stadt unlängst in einer Mitteilung. "Nachdem kürzlich die Quellen für die Wassertretanlagen am versunkenen Schloss und Mühlbach versiegten, muss nun auch die Wassertretanlage am Tannenbaum vom Wasser genommen werden", heißt es darin.

Kneippanlage am Tannenbaum wird vorübergehend abgestellt
Grund: Die Quelle, welche die Wassertretanlage, den Brunnen in den Heilkräutergärten und den Vater-Kneipp-Brunnen mit dem dahinterliegenden Weiher im Kurpark üblicherweise speise, führe nun "nicht mehr genügend Wasser, um alle Einrichtungen ausreichend zu versorgen", argumentiert die Stadt. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als die ganze verbleibende Schüttung über den Vater-Kneipp-Brunnen dem Weiher zuzuführen, um den dortigen Koi-Karpfen das Überleben zu sichern", teilten Bürgermeister Daniel Pflügl und Kurdirektorin Cathrin Herd gemeinsam mit.
Dies habe leider zur Folge, dass auch die Kneippanlage am Tannenbaum vorübergehend geschlossen werden müsse, hieß es. Konkret ist das seit dem 10. August der Fall, wie Kurdirektorin Cathrin Herd am Mittwoch auf Anfrage der AZ sagte. Leider habe sich am Wasserstand nichts geändert, und die drei genannten Anlagen seien "derzeit nicht befüllt, da die Quellen, die diese normalerweise speisen, nicht genügend Wasser liefern", so Cathrin Herd.
Kneippstadt Bad Wörishofen über die Folgen der Trockenheit
"An der Situation wird sich kurzfristig nichts ändern", sagt sie. Denn: "Bis Regen in die Tiefe des Grundwassers und der Quellen dringt und letztendlich an den Tretanlagen ankommt, vergehen zwei bis drei Wochen", sagt sie. Noch habe es nicht ausreichend geregnet. Alle anderen der insgesamt 24 öffentlichen Anlagen laufen aktuell jedoch, so die Kurdirektorin – sie würden von den Urlaubsgästen "rege und begeistert genutzt". Dazu zählt auch der berühmte Barfußweg, der den "Kurpark für alle" als Start- und Zielpunkt hat.

Trinkwasser "ebenfalls immer knapper"
"Die meisten unserer Wassertretanlagen werden mit Trinkwasser gespeist, welches ebenfalls immer knapper wird", so Bürgermeister Pflügl. Man stehe vor dem Dilemma, dass man mit Trinkwasser künftig zwar noch viel sparsamer umgehen müsse, die Wassertretanlagen auf der anderen Seite aber eine tragende Rolle beim innerstädtischen Hitzeschutzkonzept spielen könnten.