Hecking: Stolz auf die Rasselbande

FCN-Trainer nach dem 1:1 auf Schalke: „Sieht man, mit welchem Kindergarten wir gespielt haben, war das richtig gut“  
| Krischan Kaufmann
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Wenn der "Vater" mit dem "Sohne": Robert Mak (rechts) mit seinem Vorbild Marek Mintal.
bayernpress Wenn der "Vater" mit dem "Sohne": Robert Mak (rechts) mit seinem Vorbild Marek Mintal.

GELSENKIRCHEN Phillip Wollscheid ist für sein Alter ein exzellenter Innenverteidiger, ein großer Redner ist der 21-Jährige noch nicht. Aber, gerade in seinen schlichten Wort steckt viel Wahrheit. So antwortete die neue Club-Wunderwaffe nach dem verdienten 1:1 auf Schalke, das seinem Team zwar einen weiteren Punkt, mit Juri Judt (Muskelfaserriss), Mehmet Ekici (Pferdekuss) und Javier Pinola (Krämpfe) aber auch drei weitere Ausfälle bescherte, auf die Frage nach der Verletzungsmisere nur achselzuckend: „Na und? Es stehen bei uns doch immer elf Männer auf dem Platz!“


"Wir stehen sechs Punkte vor Schalke und die haben 73 Millionen Euro Gehaltskosten“


Auf jeden Fall elf Fußballer, obwohl die FCN-Elf in der zweiten Hälfte eher einer mit arrivierten Profis aufgerüsteten Junioren-Mannschaft glich. Oder wie es Club-Trainer Dieter Hecking bei seiner Lobeshymne auf seine stürmische Rasselbande ausdrückte: „Wenn man sieht, mit welchem Kindergarten wir gespielt haben, dann war das richtig gut. Wir stehen sechs Punkte vor Schalke und die haben 73 Millionen Euro Gehaltskosten.“


In Durchgang eins war’s sogar sehr gut. Heckings „Kindergarten“ hatte, wie schon im beim unglücklichen Pokal-Aus (2:3) vor einem Monat, die müden Millionäre von Felix Magath am Rande einer Niederlage. Das 1:0 ging auf die Kappe des 23-jährigen Jens Hegeler (37.). Die Vorlage lieferte mit einem satten Gewaltschuss Spielmacher Mehmet Ekici, der wie Hecking ausdrücklich betont, „ja auch erst 20 ist.“ Links durfte Robert Mak (19) wirbeln, rechts zunächst Timothy Chandler (20) und nach dessen Versetzung auf die Rechtsverteidiger-Position nach Judts Verletzung (32. Minute) dann der 18-jährige Markus Mendler. Schließlich komplettierte noch Marvin Plattenhardt, 19 Jahre jung, als Ersatz für Linksverteidiger Pinola die Jungschar. Hecking: „Auf Marvin kann ich mich jederzeit verlassen.“


Kein Wunder also, dass dem Trainer der „verdiente“ Punkt fast wie ein Sieg vorkam. „So eine klasse Nachwuchsarbeit kann kein Team in der Liga vorweisen. Am Ende waren lauter 18- und 19-Jährige auf dem Platz. Hut ab vor diesen jungen Leuten. Sie haben ihre Feuertaufe bestanden“, lobte Hecking seine Profi-Azubis.

 

"Ich werde ihm nicht den Kopf abreißen"


Ohne allerdings die Fehler auszublenden: „Wenn man am Ende sechs U 23-Spieler auf dem Platz hat, ist es klar, dass nicht alles rund läuft.“ Auch FCN-Keeper Raphael Schäfer, mit seinen 32 Lenzen der FCN-Methusalem, konstatierte: „Es werden noch öfters Fehler passieren. Wenn man aber so ein Jugendkonzept verfolgt, weiß man, dass auch andere Tage kommen werden. Deshalb ist es eine gute Erfahrung für die Jungen, dass man selbst an schlechteren Tagen punkten kann.“


Einen miserablen Tag hatte Mendler erwischt. Während Mak laut Hecking in der Defensive noch Schwächen aufwies, hatte Mendler mit seiner Vorlage für Raúl (52.) den Schalker Ausgleich eingeleitet. Und als er dann in der Schlussphase seinen Patzer wieder gut hätte machen können, scheiterte er nach Christian Eiglers Lattentreffer (82.) kläglich. Mendler zerknirscht: „Die Szene ist mir im Bett noch ein paar mal durch den Kopf gegangen.“ „Ich werde ihm aber dafür nicht den Kopf abreißen“, nahm Hecking seinen Allerjüngsten in Schutz. Denn, angesichts des Jugenstils, „ist es alles andere als selbstverständlich, was wir leisten.“ Wohl wahr.[

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