Hase, Gams und Wolf: Was die Jäger in Bayern beschäftigt

Seit 70 Jahren sind Bayerns Jäger in einem Verband organisiert - am Wochenende treffen sie sich in Passau zum Landesjägertag. Dabei beschäftigt sie längst nicht nur der Wolf.
| dpa
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Passau (dpa/lby) - Der Schutz der Artenvielfalt steht auch bei den Jägern auf der Agenda. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), sieht darin zudem einen der Gründe, warum viele junge Menschen den Jagdschein machen und Verbandsmitglied werden. Am Freitag und Samstag lädt der BJV zum Landesjägertag nach Passau. Die Teilnehmer befassen sich mit Jagdkultur und Jägerausbildung ebenso wie mit bedrohten Arten und welchen Beitrag die Landwirtschaft zu deren Erhalt leisten kann.

Auch der Umgang mit dem Wolf bewegt die Jäger. "Der Wolf ist ein heißes Thema. Das ist sehr umstritten", sagt Vocke. Zwar gebe es Befürworter, die den Wolf gerne im Jagdgesetz erfasst sehen wollten. Aber: "Ich sage dazu ganz klar: Nein." Das Jagdgesetz umfasse auch die Hegepflicht. Der Wolf sei ein Großraubtier, für dessen Regulierung die Jäger nicht die alleinige Verantwortung übernehmen wollen. Müsste ein einzelner gefährlicher Wolf "entnommen" werden, wäre dies auch ohne Aufnahme ins Jagdrecht möglich.

"Wir wollen den Wolf nicht bejagen." Das fände auch nicht die Akzeptanz der Bevölkerung. Aber, so sagt Vocke, der Umgang mit dem Wolf müsse geklärt werden. "Wer pachtet denn noch ein Jagdrevier, wenn dort der Wolf drin ist?"

Neben dem Wolf beschäftigt die Jäger das Artensterben. Deutlich spricht sich Vocke gegen die "gnadenlose ganzjährige Bejagung" der Gams aus und fordert mehr Augenmaß. Bei Hase, Fasan und Rebhuhn gebe es "dramatische Einbrüche" und teilweise mehr als 90 Prozent Rückgang. Hasen beispielsweise fänden keine Deckung mehr, es fehle an Hecken und Büschen. Problematisch sei auch, dass etwa nach dem Mähen von Wiesen sofort Gülle darübergeschüttet werde. "Der Hase ist Vegetarier, was soll er denn dann noch fressen?"

Insofern komme das Thema Blühstreifen auch den Jägern entgegen. Lebensräume für bedrohte Arten gestalten zu können, sei einer der Antriebe für junge Leute, Jäger zu werden. "Wir bekommen jedes Jahr zwischen 2000 und 2300 neue Mitglieder." Der Verband nähere sich der 50 000-Mitglieder-Marke.

Die Jahrestagung beginnt am Freitag (18.00 Uhr) mit einer Hubertusmesse im Passauer Dom. Am Samstag (9.00 Uhr) finden die Ausschusssitzungen statt. Im Rahmenprogramm schlägt der BJV passenderweise einen Besuch im Dackelmuseum und dessen Sonderausstellung "Der Dackel in der Jagd" vor.

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