Haar- und Barterlass: Vorbereitung auf Passion

Mehr als ein Jahr vor den Passionsspielen in Oberammergau gilt für fast die Hälfte der Bewohner ein Haarschneide- und Rasierverbot. Heute verkündet Spielleiter Christian Stückl zusammen mit Bürgermeister Arno Nunn den "Haar- und Barterlass".
| dpa
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Oberammergau - Mehr als ein Jahr vor den Passionsspielen in Oberammergau gilt für fast die Hälfte der Bewohner ein Haarschneide- und Rasierverbot. Heute verkündet Spielleiter Christian Stückl zusammen mit Bürgermeister Arno Nunn den "Haar- und Barterlass". Vor dem Passionstheater wird dann ein Plakat mit dem Aufruf angeschlagen. Bis zum Ende der Passion im Oktober 2020 sollen sich die rund 2400 Mitspieler Haare und Bart wachsen lassen. Nur die Darsteller der römischen Soldaten sowie Musiker und Helfer hinter der Bühne dürfen glattrasiert und mit kurzem Haar dabei sein. Premiere ist im Mai 2020. Auch der Apostel Johannes hat keinen Bart - er war noch sehr jung.

Alle zehn Jahre bringt der Ort entsprechend seinem fast 400 Jahre alten Pestgelübde das Schauspiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung auf die Bühne. 1633 hatten die Oberammergauer versprochen, alle zehn Jahre die Geschichte der letzten Tage im Leben Jesus Christus aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterbe - was nach der Überlieferung tatsächlich eintraf. Mitspielen darf nur, wer in dem Dorf mit insgesamt 5200 Einwohnern geboren und aufgewachsen ist oder seit mindestens 20 Jahren dort wohnt.

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