Grüne: Bundespolitik bremst Windkraft in Bayern aus

Die Anstrengungen Bayerns, mehr Windkraftanlagen ans Netz zu bekommen, drohen nach Ansicht der Grünen an der Politik der Bundesregierung zu scheitern. Das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erschwere es der Windkraft in Bayern massiv. "Bei den bundesweiten Ausschreibungen werden die bayerischen Anlagen keine Chance haben gegen die Konkurrenz aus Norddeutschland, welche Preise von 5 Cent pro Kilowattstunde bieten kann", sagte der Grünen-Energieexperte Martin Stümpfig.
Hinzu komme, dass die Bundesregierung das Tempo beim Netzausbau drossele. Gerade ein leistungsfähiges Stromnetz zur Verteilung der Energie ist aber seit langer Zeit ein Pferdefuß deutscher Energiepolitik. Seit Jahrzehnten fordern internationale Experten und Berater Deutschland auf, sein Stromnetz auf den aktuellen Stand zu bringen.
Straucheln schon am Startblock
Bei den zurückliegenden beiden Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für Windkraftanlagen im Jahr 2026 gingen von 927 Zuschlägen gerade einmal 13 Zuschläge für Windkraftanlagen nach Bayern. "Diese lächerlichen 1,4 Prozent der Zuschläge sind viel zu wenig. So strauchelt die Staatsregierung mit ihrem Ziel, 1.000 Windräder bis 2030 in Betrieb zu nehmen schon am Startblock", sagte Stümpfig.
Es brauche eine eigene Ausschreibung für den windmäßig benachteiligten Süden. Allein beim Bayernwerk hätten Windkraftanlagen mit einer Leistung von 5.500 Megawatt eine Netzzusage und stünden praktisch in den Startlöchern. Stümpfig forderte die Staatsregierung um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf, ihre Stimme innerhalb der Bundesregierung zu erheben.