"Großes Kino" von 1860 München: DFB-Pokal-Aus als Mutmacher

Der TSV 1860 München betritt wieder die große Pokal-Bühne. Wenn auch nur kurz. Die Vorstellung der "Löwen" gegen einen Zweitligisten zeigt, was in dieser Mannschaft steckt.
von  Martin Moravec, dpa
Die "Löwen" sind stolz auf ihre Leistung gegen Kiel.
Die "Löwen" sind stolz auf ihre Leistung gegen Kiel. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Von ihren stimmgewaltigen Fans wurden die Spieler des TSV 1860 München nach dem Mutmacherauftritt im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel wie Sieger gefeiert. Die "Löwen" schieden zwar vier Jahre nach ihrem letzten Spiel im Cup nun in der ersten Runde aus. In den 90 Minuten bewiesen die Münchner aber, dass sie deutlich mehr sind als nur ein Viertligist.

"Insgesamt war es ein bärenstarker Auftritt, wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen. Deswegen ist es bitter, dass wir ausscheiden. Wir können aber stolz auf das sein, was wir geleistet haben", sagte Torwart Vitus Eicher nach dem 0:2 (0:1) am Samstag vor 15.000 Zuschauern im bebenden Grünwalder Stadion gegen den Fußball-Zweitligisten aus dem Norden. "Es war ein Auftritt, der Mut macht."

1860 München ist "absolut im Soll"

Nach dem Zwangsabstieg in die Regionalliga und dem Dauerzoff mit Investor Hasan Ismaik war das K.-o.-Duell gegen Kiel eine willkommene Abwechslung für die Mannschaft von Trainer Alper Kayabunar. Vier Jahre nach dem Aus gegen Borussia Dortmund war es ihr Comeback im Cup. Und es wurde deutlich, dass ein TSV Aubstadt oder FC Memmingen nicht die Gegner sind, mit denen sich die Münchner über diese Saison hinaus messen wollen.

"Nach unserem Start sind wir absolut im Soll, wenn man sieht, wo der Verein im Sommer war", sagte Eicher und meinte damit das Chaos nach der von Ismaik verweigerten Finanzierungszusage. "Wir sind auf einem sehr guten Weg. Wenn wir so weitermachen, steht uns eine gute Saison bevor."

"Vom Mut her war es brutal"

Mit acht Punkten aus vier Regionalligaspielen sind die Münchner in diese Saison gestartet. Sie sind - bis auf den DFB-Pokal - immer noch ungeschlagen. "Mitnehmen müssen wir den Mut, den wir hatten", meinte Eicher vor den nächsten Aufgaben in der Regionalliga. "Vom Mut her war es brutal, gerade bei den jungen Spielern. Das war großes Kino."

In der ersten Halbzeit hatten die Kieler noch deutliche Vorteile. Doch nach dem Wechsel warfen die "Löwen" alles in die Waagschale. Am Ende fehlte nicht viel, zumindest für die Verlängerung.

Nun wartet der TSV Landsberg

"Wir können mit der Leistung definitiv zufrieden sein, wir haben alles reingeworfen", befand Spielmacher Tunay Deniz, der mit zwei Fernschüssen brandgefährlich war und fast Kiels Keeper Lio Rothenhagen überlistet hätte. "Wir sind noch nicht da, wo wir hin wollen. Wir haben noch Entwicklungspotenzial."

Die Mannschaft muss zum Beispiel noch abgezockter werden, auch vor dem gegnerischen Tor. Daran können die "Löwen" aber ja noch arbeiten in einer langen Trainingswoche, ehe sie am kommenden Sonntag den TSV Landsberg empfangen. Das weiß Trainer Kayabunar selbst bestens. "Ich bin stolz auf die Mannschaft", sagte er nach der Leistung mit "Löwen"-Herz.

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