"Gregerl" und die Geschichtsbücher: Augsburgs Torrekord nahe

Michael Gregoritsch schreibt ein Stück Augsburger Bundesligageschichte mit. Der österreichische Nationalstürmer kann schon an diesem Wochenende einen Vereinsrekord aufstellen.
von  Martin Moravec und Klaus Bergmann, dpa
Michael Gregoritsch dürfte beim FC Augsburg bald zum Rekordmann werden. (Archivbild)
Michael Gregoritsch dürfte beim FC Augsburg bald zum Rekordmann werden. (Archivbild) © Harry Langer/dpa

Michael Gregoritsch ist bald ein Fall für die Geschichtsbücher des FC Augsburg. "Gregerl", wie der österreichische Fußball-Nationalstürmer nur genannt wird, dürfte zeitnah Vereinslegende Alfred Finnbogason als Rekordschütze in der Bundesliga ablösen. Schon an diesem Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) bei Eintracht Frankfurt könnte es so weit sein.

Finnbogason, von 2016 bis 2022 in Augsburg, traf 37 Mal. Gregoritsch, von 2017 bis 2022 Augsburger und wieder seit Januar dieses Jahres, überwand 36 Mal den gegnerischen Torhüter. "Wenn es so wäre, wäre es wunderschön", meinte der gebürtige Grazer über ein Rekordspiel schon an diesem Wochenende.

Polster, Huberts, Gregoritsch

Gregoritsch hat sich mit seinem Führungstor am vergangenen Wochenende beim 3:0 gegen Aufsteiger FC Schalke 04 in diese Position gebracht. Es war im insgesamt 288. Bundesligaspiel der 66. Treffer für den Angreifer, der auch für den Hamburger SV und SC Freiburg in der deutschen Eliteklasse erfolgreich war. In einer rein österreichischen Torjägerrangliste der Bundesliga liegen nur noch Wilhelm Huberts (67) und Toni Polster (90) vor ihm.

Trainer Manuel Baum hat Gregoritsch 2017 selber nach Augsburg geholt. Er erkennt zwischen dem damals 23-Jährigen und heute 32-Jährigen einen Entwicklungsprozess. Wenn man älter und erfahrener werde, stelle man nicht nur "sich selbst, sondern auch die Mannschaft" in den Vordergrund. "Das macht ihn extrem wertvoll. Nicht nur die Qualität auf dem Platz, sondern auch das Bewusstsein, wie wichtig Teamkultur ist."

Gespür für die Kabine

Gregoritsch wolle zwar weiter jedes Spiel bestreiten, versicherte Baum. Der erfahrene Stürmer kümmere sich aber als Mannschaftsrat auch um junge Kollegen wie Rodrigo Ribeiro. "Er hat in den verschiedenen Vereinen unterschiedliche Erlebnisse gesammelt und kann Situationen in der Kabine besser lösen, bevor vielleicht ein Konflikt entsteht", führte Baum aus.

Das Erfolgsgeheimnis von Gregoritsch in dieser Saison dürften auch seine Mitspieler in der Offensive sein. In Robin Fellhauer und vor allem Anton Kade, der nach einem Trainingsabbruch am Mittwoch allerdings ausfallen könnte, hat er zwei lauf- und sprintstarke Teamkollegen auf den Halbpositionen hinter sich.

"Da wirds richtig knallen"

"Wir verstehen uns echt super, er ist auch ein toller Mitspieler und hat ein Riesenpotenzial", meinte Gregoritsch über Kade, der beim Heimspielauftakt auch von Bundestrainer Jürgen Klopp beobachtet wurde. "Er wird auch mal wieder eine Delle haben, aber hoffentlich nicht zu lange. Wenn er so weiterarbeitet, bleibt er auf dem Level."

In der oberen Tabellenhälfte möchten die Augsburger gerne weiterspielen. Auch wenn Gregoritsch gegen die Frankfurter Eintracht, die von dem ihm bestens bekannten Landsmann Adi Hütter trainiert wird, eine "Bewährungsprobe" wartet. "Da wirds nicht weniger intensiv, da wirds richtig knallen, es ist ihr erstes Heimspiel", meinte Gregoritsch. Knallen will er in einem der "geilsten Stadien" aber gerne auch selber.

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