Gratis-Übernachtungen: Diese DAV-Hütten im Münchner Umland sind bei der Aktion dabei
Wer klimafreundlich in die Berge fährt, soll dadurch möglichst etwas sparen: Mit der Aktion "Freie Nacht fürs Klima" können zumindest alle DAV-Mitglieder in der Sommersaison 2026 auf vielen teilnehmenden DAV-Hütten kostenlos im Matratzenlager übernachten, wenn sie mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrer Tour anreisen.
"Pro Mitglied gibt es im Aktionszeitraum insgesamt zwei Gutscheine", so eine Sprecherin der Sektion München und Oberland beim DAV über die Idee. Ziel sei es, klimafreundliche Bergtouren zu fördern, denn ein großer Teil des CO2-Fußabdrucks beim Bergsport entstehe weiterhin bei An- und Abreise.
Insgesamt beteiligen sich an der Übernachtungsaktion mehr als 70 bewirtschaftete Alpenvereinshütten – darunter auch einige im Münchner Umland. Welche das sind und wie man (auch als Nicht-Mitglied) mit dem ÖPNV hinkommt:
Beliebtes Wanderziel: das Taubensteinhaus im Spitzingseegebiet

Das Taubensteinhaus liegt auf 1567 Metern. Zum Wanderstartpunkt reist man per BRB bis Schliersee an und fährt weiter mit dem RVO-Bus 362 bis zum Spitzingsee. "Von dort führen leichte Zustiege zur Hütte", schildert die DAV-Sprecherin. Die Hütte im gut erschlossenen Spitzingseegebiet ist "ein perfekter Ausgangspunkt für kurzweilige Wanderungen für Familien mit Kindern", das Gebiet biete zudem auch "ambitioniertere Tourenmöglichkeiten".
Reintalangerhütte: So geht's mit dem ÖPNV zum Wanderstartpunkt

Ein weiteres Beispiel ist die Reintalangerhütte. Anreise: Für den Zustieg über das Reintal geht es mit der Bahn nach Garmisch-Partenkirchen, von dort mit dem Bus zum Olympia-Skistadion und weiter zu Fuß. Alternativ ist auch die Anreise über Ehrwald möglich. Weil die Hütte im Sommer gut durch das Reintal erreichbar sei, sei sie "sehr gut für Familien mit Kindern ab zehn Jahren geeignet", so die DAV-Sprecherin. "Zugleich liegt die urgemütliche Hütte am einfachsten Zustieg auf die Zugspitze und ist ein Eldorado für Mountainbiker."
Ganzjährig geöffnete DAV-Hütte: das Rotwandhaus

Auch das Rotwandhaus ist gut erreichbar. Die Hütte liegt in den bayerischen Voralpen auf 1737 Metern und ist ein ganzjährig geöffnetes Ziel rund um Rotwand und Spitzingsee. Der Aufstieg ist vom Spitzingsee in etwa zweieinhalb Stunden möglich. Zum Ausgangspunkt gelangt man von München per Bahn bis Fischhausen-Neuhaus und weiter mit dem Bus 9562 bis "Spitzingsee Kirche".
Besonders familienfreundlich: die Priener Hütte im Chiemgau

Nicht weit weg von München ist zudem die Priener Hütte in den Chiemgauer Alpen. Sie liegt auf 1410 Metern unterhalb des Geigelsteins und ist in ein Naturschutzgebiet eingebettet. Sie gilt als besonders familienfreundlich, mit schöner Aussicht auf den Kaiser. Mit dem ÖPNV reist man beispielsweise über Aschau an, und fährt von dort weiter mit der Buslinie 482 nach Huben oder Sachrang.
DAV-Aktion "Freie Nacht fürs Klima": Gratis-Übernachtung auf vielen Hütten
Für Hüttenliebhaber könne sich die Mitgliedschaft "schnell lohnen", rechnet die DAV-Sprecherin vor. Die Vollmitgliedschaft ab dem vollendeten 25. Lebensjahr beim Alpenverein München und Oberland koste 121 Euro pro Jahr. Preisbeispiel: Auf der Reintalangerhütte zahlen erwachsene Mitglieder (ab 26 Jahren) normalerweise zum Beispiel für eine Übernachtung im Lager 15 Euro, und Nichtmitglieder (ab 18 Jahren) 29 Euro.
Und so funktioniert die Aktion "Freie Nacht fürs Klima" laut DAV: Mitglieder können ab sofort einen Aktions-Gutschein für einen ausgewählten Monat in der Sommersaison (Mai bis Oktober) buchen – "im gesamten Aktionszeitraum stehen pro Mitglied insgesamt zwei Aktionsgutscheine zur Verfügung", heißt es auf der Webseite.
"Freie Nacht fürs Klima": Was sind die Voraussetzungen?
Bei der Hüttenankunft soll man als Nachweis dann – neben des DAV-Mitgliedsausweises – den Gutschein (gerne digital auf dem Handy) sowie das ÖPNV-Ticket vorzeigen können. Mit dem Ticket müsse man nachweisen, dass man für die Anreise "mindestens 90 Prozent der Strecke mit Öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn/Fernbus/Bus) zurückgelegt" habe, teilt der DAV zu den Voraussetzungen außerdem mit.
Eine Kombination mit dem Fahrrad sei ebenfalls möglich – sofern man ein entsprechendes ÖPNV-Fahrradticket vorzeigen könne. Auch das Deutschland-Ticket werde als Nachweis in der Kombination anerkannt. Wer die Anreise zum Hüttenzustieg ausschließlich mit dem Fahrrad zurücklege, könne ebenfalls von dem Gutschein profitieren: Auf der Hütte müsse man ein Selfie der Radanreise vorzeigen, "auf dem man gut zu erkennen" sei.
Das ist wichtig zu wissen
Wichtig zu wissen ist aber, dass man für die Teilnahme an der Aktion "selbst einen Schlafplatz reservieren" müsse, denn "der Gutschein allein gilt nicht als Reservierung", so der DAV. Kann man aktuell noch für die Sommersaison reservieren? "Ja – grundsätzlich schon, aber mit Einschränkungen", teilt der DAV auf AZ-Anfrage mit: Viele Hütten seien "bereits seit Winter buchbar (oft ab Dezember/Januar für den Sommer)". Andere "öffnen ihre Buchung erst im Frühjahr (April/Mai)."
Noch sei "einiges verfügbar – aber die beliebtesten Termine sind oft schon weg". Begehrt sind in der Regel die Wochenenden oder Ferienzeiten. Dann könne es sich lohnen, "alternative Zeiträume unter der Woche" ins Auge zu fassen – und "gegebenenfalls auf weniger frequentierten Hütten" zu reservieren, empfiehlt der DAV, der zudem auf das Hüttenreservierungssystem auf seiner Website verweist. Dort gibt es auch ein Online-Tool, wo man spontan ein "Last-Minute-Hüttenbett" finden kann. Alle Infos zu der Aktion "Freie Nacht fürs Klima" gibt es auf alpenverein.de/freie-nacht.
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