Gewitter über München: So heftig soll es graupeln

Der Mittwoch ist zunächst der letzte sonnige Tag. Anschließend heißt es, die Regenjacke und den Eiskratzer rausholen – auch in München. Wie stark die Temperatur abfällt und welche Schauer es über der Stadt geben soll.
von  Maximilian Neumair
In München wird es ab Donnerstag ungemütlich. (Archivbild)
In München wird es ab Donnerstag ungemütlich. (Archivbild) © IMAGO/Rolf Poss

Mit dem Altweibersommer ist in Bayern Schluss. Laut dem internationalen Wetterdienst Meteored rollt eine kräftige Kaltfront über Deutschland hinweg. Im Gepäck: eisige Polarluft aus dem hohen Norden! Am Mittwoch wird es in Bayern noch ein letztes Mal sonnig und warm – in den südlichen Regionen sind laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) bis zu 25 Grad drin. Doch dann rauscht das Thermometer auf nur acht bis zwölf Grad – das sind bis zu 15 Grad innerhalb von nur zwei Tagen. Der Nordwestwind tut dann den Rest, um einen zum Bibbern zu bringen.

München gelangt nach dem Durchzug der Kaltfront in eine typische Rückseitenwetterlage, wie Meteored auf Nachfrage der AZ mitteilt: "Das bedeutet einen raschen Wechsel aus Sonne, Wolken und teils kräftigen Schauern." Und es schüttet nicht nur Regen: Wegen der sehr kalten Höhenluft über dem vergleichsweise warmen Boden ist die Atmosphäre labil geschichtet, daher sind auch im Raum München kurze Graupelschauer und vereinzelte Graupelgewitter möglich.

Wetter: Kurze, aber heftige Schauer über München

Graupel zerbeult zwar nicht das Auto, verwandelt aber Straßen in kürzester Zeit in eine schmierige, rutschige Eisbahn. Die dichten, weißen Körner behindern zusätzlich die Sicht. Doch die Niederschlagsmengen bleiben laut Meteored zum Glück überschaubar: "Vereinzelt rechnen wir mit wenigen Litern pro Quadratmeter, lokal unter kräftigeren Schauern auch fünf bis zehn Liter pro Quadratmeter." Die Schauer sollen demnach kurz und intensiv ausfallen: Für einige Minuten kann es heftig graupeln, kurz darauf scheint wieder die Sonne.

Ein Mann mit Regenschirm radelt über den Marienplatz während eines Wolkenbruchs mit Gewitter.
Ein Mann mit Regenschirm radelt über den Marienplatz während eines Wolkenbruchs mit Gewitter. © Ralph Peters

Für richtigen Schnee reicht es nach derzeitigem Stand in München aber nicht. Das sieht für den Rest Bayerns jedoch anders aus: Die Schneefallgrenze sinkt an den Alpen und im höheren Alpenvorland zeitweise bis auf etwa 800 bis 1000 Meter. Im Allgäu, im Berchtesgadener Land und an der Zugspitze kommt deshalb eine richtige Schneedecke zusammen. Teils sind zehn bis 20 Zentimeter Neuschnee möglich.

Wetter in Bayern: Kälte wird ab Sonntag "richtig brutal"

Laut den Wetterexperten wird es dann ab Sonntag "richtig brutal": Von Westen setzt sich Hochdruckeinfluss durch. Das heißt: Die Wolken lockern auf, der Wind lässt nach und in den klaren Nächten kann die Luft stark auskühlen. Im Münchner Stadtgebiet dürften Meteored zufolge die Tiefstwerte um 0 bis plus zwei Grad liegen, da die Stadt als Wärmeinsel etwas milder bleibt.

Im Umland und in den typischen Kaltluftsenken sind leichte Fröste von minus eins bis minus drei Grad zu erwarten, in Bodennähe auch bis minus fünf Grad. Die Empfehlung der Experten: Wer empfindliche Pflanzen auf dem Balkon oder der Terrasse hat, sollte diese spätestens am Samstag schützen oder hereinholen. Und für Autofahrer heißt es, das erste Mal die Eiskratzer rauszuholen und spätestens jetzt sich um einen Termin für die Winterreifen zu kümmern.

Was frühe Kälte für den Winter heißt

Wie heftig der kommende Winter wird, entscheidet sich in diesen Wochen hoch über der Arktis: Dort baut sich der Polarwirbel neu auf. Dabei handelt es sich um ein riesiges Kältereservoir, das im Winter darüber entscheidet, ob wir Frost und Schnee oder nur Matschwetter bekommen. Meteored schreibt dazu: "Ist er stark, bleibt die Kälte im Norden eingesperrt. Zeigt er dagegen früh Schwächen, bricht die Polarluft immer wieder nach Süden aus, genauso wie jetzt."

Winterliches Panorama der Berchtesgadener Alpen. Am Ende der Woche sind hier Neuschnee zu erwarten.
Winterliches Panorama der Berchtesgadener Alpen. Am Ende der Woche sind hier Neuschnee zu erwarten. © IMAGO/Jason Tschepljakow

Aber die Wetterexperten teilen auch mit: "Aus einem einzelnen Kaltlufteinbruch Anfang Oktober lässt sich meteorologisch kein Rückschluss auf den Charakter des kommenden Winters ziehen." Frühe Kälteeinbrüche im Herbst sind demnach keine Seltenheit und auf einen kalten Oktober folgt statistisch nicht automatisch ein kalter oder schneereicher Winter. Laut Meteored liefern saisonale Modellrechnungen zwar Tendenzen, aber diese sind mit großen Unsicherheiten behaftet.

Wetterexperten: "Die Winter in Oberbayern sind milder geworden"

Hinzu kommt demnach der langfristige Klimatrend: "Die Winter in Oberbayern sind in den vergangenen Jahrzehnten im Mittel spürbar milder geworden, vor allem in den tieferen Lagen wie im Raum München." Schneefälle und Kältephasen werde es auch diesen Winter geben, aber wie kalt, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beantworten.

Ein verfrühter Winter ab dem Wochenende ist jedenfalls nicht zu befürchten: Ab Mitte der kommenden Woche soll die Strömung wieder auf West drehen und tagsüber die Temperaturen wieder auf 14 bis 17 Grad klettern – wenngleich die Nächte kalt bleiben.

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