Gewerkschaft droht mit Warnstreiks in Bayerns Nahverkehr

Fahrgäste von Bussen sowie Straßen- und U-Bahnen in Bayern müssen in den kommenden Wochen mit Problemen durch Warnstreiks rechnen. Die Gewerkschaft Verdi teilte nach einer ersten Verhandlungsrunde mit, man sehe im Streit um mehr Geld für die Mitarbeiter in bayerischen Nahverkehrsunternehmen "keine andere Möglichkeit, die Arbeitgeber in Bewegung zu bringen". Bis zur nächsten Runde am 13. Februar drohten deshalb "massive Warnstreiks" im Freistaat.
Wann genau die Warnstreiks beginnen könnten, blieb zunächst unklar. "Wir werden das Ergebnis mit den Menschen in den Betrieben rückkoppeln und uns beraten", sagte der stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiter, Sinan Öztürk. "Sobald wir einen Termin haben, geben wir ihn bekannt."
Verhandlung mit umfangreichen Forderungen
Die Forderungsliste der Gewerkschaft ist lang: Unter anderem enthält sie eine Erhöhung der Tarifgehälter um 668,75 Euro pro Monat sowie den Wechsel von einer 38,5-Stunden-Woche auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Weitere Aspekte sind ein um 5 Prozentpunkte höherer Sonntagszuschlag von 30 Prozent, eine tarifliche Regelung für eine Mindestruhezeit von elf Stunden sowie für die Arbeitnehmer günstigere Regelungen dazu, was vor Fahrtbeginn und nach Fahrtende als Arbeitszeit angerechnet wird. Als Laufzeit strebt Verdi zwölf Monate an.
Vorstellungen liegen weit auseinander
Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Bayern nannte die Forderungen der Gewerkschaft nach der Verhandlungsrunde am Montag realitätsfern: "Sie übersteigen das von jedem Unternehmen wirtschaftlich Leistbare bei weitem". Man habe stattdessen unter anderem eine Erhöhung der Tarifgehälter um mindestens 5,0 Prozent in zwei Schritten vorgeschlagen. Zudem sollten Ausbildungsgehälter in zwei Schritten um insgesamt 150 Euro steigen - jeweils bei einer Laufzeit bis Ende 2027.
Die Verdi-Branchenkoordinatorin für Busse und Bahnen in Bayern, Katharina Wagner, sagte: "Das minimale Angebot, das uns nun vorgelegt wurde, ist Lichtjahre von einer kompromissfähigen Einigung entfernt." Die Arbeitgeberseite sprach dagegen von einem Angebot "am Rande des wirtschaftlich Vertretbaren".
2023 hatte es bis zu einer Einigung insgesamt fünf Verhandlungsrunden gebraucht, damals kam es auch zu Warnstreiks.