Gewalt gegen Beamte: Polizei kontert Vorurteile

Nürnberg (dpa/lby) - Die Polizei in Mittelfranken hat auf Versuche von Hetze gegen Geflüchtete und Ausländer im Internet reagiert und Vorurteile zurückgewiesen. Auf dem Kurznachrichtenkanal Twitter hatte zuvor ein Nutzer die aktuelle Statistik des Polizeipräsidiums zu Gewalt gegen Polizeibeamte mit dem Kommentar beantwortet, dass ein "erheblicher Teil" der seit 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge für die Übergriffe verantwortlich sei.
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Polizeibeamter. Foto: Jens Büttner/Archivbild
dpa Polizeibeamter. Foto: Jens Büttner/Archivbild

Nürnberg (dpa/lby) - Die Polizei in Mittelfranken hat auf Versuche von Hetze gegen Geflüchtete und Ausländer im Internet reagiert und Vorurteile zurückgewiesen. Auf dem Kurznachrichtenkanal Twitter hatte zuvor ein Nutzer die aktuelle Statistik des Polizeipräsidiums zu Gewalt gegen Polizeibeamte mit dem Kommentar beantwortet, dass ein "erheblicher Teil" der seit 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge für die Übergriffe verantwortlich sei. Ein Sprecher der Polizei stellte am Montag auf Anfrage klar, dass der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen bei den Übergriffen seit drei Jahren rückläufig sei. Zuvor hatten die "Nürnberger Nachrichten" berichtet.

Mit 960 Gewaltdelikten verzeichnet der Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken für das vergangene Jahr knapp neun Prozent weniger Übergriffe auf Polizeibeamte als 2017. Von den 789 Tatverdächtigen waren der Statistik zufolge 179 Ausländer. Bezogen auf die Zahl der Fälle sank demnach der Anteil ausländischer Tatverdächtiger von 25,8 Prozent auf 22,7 Prozent. Ein Jahr zuvor zählte die Polizei Mittelfranken 213 nicht-deutsche Tatverdächtige, im Jahr 2016 waren es 221. Dem Nutzer hatte das Präsidium deshalb geantwortet: "Wir können ganz offen darüber reden. Der größte Anteil ist männlich, weiß, deutsch und stark alkoholisiert."

Bayernweit nahm die Gewalt gegen Polizisten im vergangenen Jahr zu. Mit 7689 Fällen wurde 2018 ein neuer Höchstwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 registriert - 2017 waren es 7334 Fälle. Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen war männlich: 86 Prozent, bayernweit waren 28,7 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer, zwei Drittel aller Tatverdächtigen standen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

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