Gericht: Ablenkung bei Tempo 200 ist grobe Fahrlässigkeit

Nürnberg (dpa/lby) - Wer bei 200 Stundenkilometern auf der Autobahn das Informationssystem des Wagens bedient, der handelt grob fahrlässig. Dies hat das Oberlandesgericht Nürnberg (OLG) entschieden und den Autofahrer nach einem Unfall zur anteiligen Zahlung von Reparaturkosten verurteilt.
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Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv
dpa Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv

Nürnberg (dpa/lby) - Wer bei 200 Stundenkilometern auf der Autobahn das Informationssystem des Wagens bedient, der handelt grob fahrlässig. Dies hat das Oberlandesgericht Nürnberg (OLG) entschieden und den Autofahrer nach einem Unfall zur anteiligen Zahlung von Reparaturkosten verurteilt. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, hatte der Fahrer einen Luxuswagen angemietet. Er hatte zwar im Fall eines Schadens eine Haftungsbeschränkung ohne Selbstbeteiligung vereinbart, trotzdem muss der Mann nun zahlen (Az. 13 U 1296/17).

Die Autoversicherung hatte den Mieter verklagt, nachdem der Fahrer bei Tempo 200 auf der Überholspur das Infosystem des Autos benutzt hatte und deswegen von der Fahrbahn abkam. Der Wagen stieß in die Mittelleitplanke und wurde stark beschädigt. Die Versicherung wollte die Hälfte des Schadens ersetzt haben, nach dem Urteil muss der Fahrer nun knapp 12 000 Euro zahlen. Das OLG hob damit eine Entscheidung des Landgerichtes Nürnberg-Fürth auf, das dem Fahrer Recht gegeben hatte.

In der neuen Instanz betonten die Richter, dass der Beklagte die verkehrserforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße verletzt habe. "Der Anhalteweg und die kinetische Energie bei einer Kollision sind gegenüber einer Geschwindigkeit von 130 km/h mehr als verdoppelt." In nahezu allen anderen Staaten der Welt seien derartige Geschwindigkeiten auf öffentlichen Straßen verboten, da schon minimale Fehler zu schweren Unfällen führen könnten. Wer die Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern überschreite, müsse sich besonders auf das Fahren konzentrieren, betonten die Richter.

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