Genossenschaftsbanken auf Wachstumskurs

München (dpa/lby) - Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken sehen sich "bislang weitgehend unberührt von den Folgen der Corona-Krise". Die Bilanzsumme stieg im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 182,8 Milliarden Euro, der Jahresgewinn dürfte auf Durchschnittsniveau liegen, sagte Verbandspräsident Jürgen Gros am Freitag in München.
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Ein Mann benutzt einen Taschenrechner. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/Symbolbild
dpa Ein Mann benutzt einen Taschenrechner. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/Symbolbild

München (dpa/lby) - Die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken sehen sich "bislang weitgehend unberührt von den Folgen der Corona-Krise". Die Bilanzsumme stieg im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 182,8 Milliarden Euro, der Jahresgewinn dürfte auf Durchschnittsniveau liegen, sagte Verbandspräsident Jürgen Gros am Freitag in München.

Die Kreditvergabe wuchs in den ersten sechs Monaten um drei Prozent. Ein Treiber war der Wohnungsbau. "Die Immobilienbranche ist bisher von den Folgen der Corona-Krise weitgehend unberührt geblieben", sagte Gros. Verdoppelt gegenüber dem Vorjahr haben sich die Förderkredite für Firmenkunden - hier haben die Volks- und Raiffeisenbanken 36 Prozent Marktanteil in Bayern. Dabei gebe es auch Trittbrettfahrer, wie die Umschichtung von Krediten zeige. Bis Ende August seien fast 1,6 Milliarden Euro vergeben oder zugesagt worden.

Weil viele Firmenkunden mit Investitionen zögern, erwartet Gros "dass die Kreditnachfrage im zweiten Halbjahr etwas nachlässt". Die Rezession werde sich in den Firmenbilanzen niederschlagen und die Kreditwürdigkeit werde leiden. Aber Handwerker und Landwirte machten gute Geschäfte, die bayerischen Genossenschaftsbanken hätten wenig Kunden aus stark betroffenen Branchen. "Ich sehe keine Anzeichen, dass auf die Regionalbanken eine Insolvenzwelle zurollen würde", betonte Gros.

Gewachsen sind auch die kurzfristigen Spareinlagen bei den Genossenschaftsinstituten. "Die Sparneigung in Bayern ist ausgeprägt. Es geht weniger in den Konsum", sagte Gros. Zugleich waren Aktien und Wertpapiere stärker gefragt.

In den nächsten drei Jahren könnten in Bayern 400 der 2150 Filialen und 2000 der 32 000 Arbeitsplätze wegfallen, sagte Gros. Im Service würden weniger Mitarbeiter gebraucht, viel werde digitalisiert.

Im Gegensatz zu den regionalen Hausbanken habe die Regulatorik die Bewährungsprobe in der Krise nicht bestanden. "Es muss auf den Prüfstand, was sich an regulatorischen und gesetzlichen Vorgaben bewährt hat und was nicht", forderte Gros.

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