Genialer Erfinder aus Franken: Verschollen im Pazifik!

Der Kulmbacher Erich Pöhlmann (76) konstruierte das erste serienreife Elektroauto der Welt. Fischer fanden seine Yacht vor der Küste Neuseelands...
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Im Pazifik vermisst: Erich Pöhlmann.
privat 2 Im Pazifik vermisst: Erich Pöhlmann.
Mit diesem Auto sorgte Erich Pöhlmann  für Furore.
privat 2 Mit diesem Auto sorgte Erich Pöhlmann für Furore.

Der Kulmbacher Erich Pöhlmann (76) konstruierte das erste serienreife Elektroauto der Welt. Fischer fanden seine Yacht vor der Küste Neuseelands...

KULMBACH Vor 25 Jahren sorgte Diplom-Ingenieur Erich Pöhlmann (76) aus Kulmbach (Oberfranken) für eine Sensation! Er entwickelte zusammen mit dem Energie-Versorger RWE (Essen) das erste serienreife Elektroauto der Welt. Eines der wenigen erhalten gebliebenen Exemplare steht heute sogar im Deutschen Museum in München. Doch wo der geniale Erfinder des umweltfreundlichen Autos steckt, weiß derzeit keiner. Die Spur des Konstrukteurs verliert sich in den unendlichen Weiten des Pazifiks...

Das letzte Lebenszeichen von Erich Pöhlmann liegt bereits neun Monate zurück. Damals erfüllte er sich einen Traum. Mit seiner Segelyacht „Motu“ wollte er die Welt umrunden. Bis nach Neuseeland war er schon gekommen. Vom Hafen Opua im Norden des Landes brach er am 28. Mai in Richtung Noumea (Neukaledonien) auf. Das aus Deutschland stammende Ehepaar Lütke, das auf der anderen Seite der Erdkugel einen Wetterinformations-Dienst betreibt, hörte beim Auslaufen noch über Funk seine Stimme. Die Verbindung war schlecht, brach dann nach kurzer Zeit völlig ab.

Mit Erich Pöhlmann verließ zum gleichen Zeitpunkt auch der niederländische Skipper Jost mit seiner Yacht „Hafskip“ den Hafen. Auch er wollte Noumea ansteuern, auch er hatte mit Erich Pöhlmann noch kurzen Funkkontakt. Am Zielhafen wollten sich die beiden wiedertreffen. Doch nur der Holländer kam elf Tage später dort an. Die Vermutung, dass Erich Pöhlmann in ernsthafte Schwierigkeiten geraten war, lag auf der Hand.

Winfried Lütke vom Wetterinformations-Dienst sorgte dafür, dass sofort eine intensive Suche eingeleitet wurde: „Das ganze in Frage kommende Seegebiet wurde von französischen und neuseeländischen Flugzeugen abgesucht. Die Großschifffahrt wurde informiert, wir haben Suchmeldungen über Küstenfunkstellen abgegeben und Durchsagen im Rundfunk geschaltet. Alles ohne Erfolg.“

Die Hoffnung auf einen doch noch guten Ausgang erhielt in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni einen herben Dämpfer. Fischer entdeckten die unbeleuchtet treibende Segelyacht „Motu“ rund 200 Kilometer südlich der „Bay of Islands“, wo Erich Pöhlmann drei Wochen zuvor gestartet war – allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Die Lütkes vermuten, dass der Weltenbummler schon kurz nach dem Auslaufen über Bord gefallen und dann sein Boot mit der Strömung nach Süden gedriftet ist. Winfried Lütke: „Der Rettungsgurt hing außen an der Bordwand und hat eine halbrunde Schramme am Schiffsrumpf hinterlassen. Offensichtlich ist Erich viele Male am Rumpf entlang gescheuert, bevor er aus dem Rettungsgurt gerutscht ist. Der Autopilot war eingeschaltet, aber die Batterien entladen. Auch die Rettungsinsel und das Beiboot waren noch an Bord.“

Die letzte Aufgabe, die den Lütkes blieb: Sie schickten alle Wertgegenstände und Papiere, die sie an Bord der Segelyacht fanden, an Erich Pöhlmanns Tochter nach Franken. Doch die Hoffnung, den Erfinder des Elektroautos noch einmal lebend zu sehen, tendiert inzwischen gegen Null.

Helmut Reister

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