Geht der Ärger weiter? Bodenschwellen an beliebtem Radl-Hotspot sorgen für Gesprächsstoff

Viele haben sich daran gewöhnt, andere spotten darüber, und manche Kritiker halten sie sogar für gefährlich: An dem stark von Radfahrern frequentierten Weg vorbei an der Kugler Alm sorgen die im vorigen Jahr oft diskutierten Temposchwellen wieder für Gesprächsstoff.
Schließlich ist die Radl-Saison erneut in vollem Gange. Und manche, die etwa mit dem schweren E-Bike unterwegs sind, fühlen sich durch die Bodenschwellen unnötig ausgebremst.
Zusätzlich zu den drei bestehenden Bodenschwellen, die die Gemeinde Oberhaching 2025 auf der gerade von vielen Rennradfahrern befahrenen Strecke zwischen dem Kiosk Nußbaumranch und der Kugler Alm eingebaut (und lediglich über den Winter wieder abmontiert) hatte, kamen heuer zum Saison-Start auch noch drei neue Fahrbahnschwellen hinzu – an derselben Strecke, diesmal aber in unmittelbarer Nähe des Biergarten-Eingangs.
Radl-Hotspot in Oberhaching bei der Kugler Alm
"Pünktlich zum erwarteten Ausflugsverkehr rund um die Kugler Alm wurde ein zweites Set Fahrbahnschwellen installiert", teilte die Gemeinde Anfang April auf Facebook mit.
Denn an schönen Tagen sei hier viel los. Nicht nur Biergarten-Besucher seien unterwegs, sondern auch viele Menschen zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto, argumentierte die Gemeinde: "Die Schwellen tragen dazu bei, das sichere Queren der Straße zu erleichtern und das Miteinander im Straßenraum zu verbessern." Die Maßnahme sei "vielfach angeregt und vom Umwelt- und Verkehrsausschuss einstimmig beschlossen" worden, hieß es. Ziel sei, die Fahrgeschwindigkeiten zu reduzieren. In diesem Bereich gilt Tempo 10.

Das Problem an dieser Stelle: Zwar drosselten durch diese Maßnahmen gewiss viele Radfahrer ihr Tempo wie gedacht, doch andere versuchten stattdessen, über den Gehweg daneben auszuweichen. Gerade solche Situationen können im Straßenverkehr brenzlig werden.
Neue "Umlaufsperren": Gemeinde reagierte auf Problematik am Gehweg
Bei der Gemeinde Oberhaching hat man auf die Problematik reagiert. Auf "vielfachen Wunsch" habe man an der Kugler Alm "nachgebessert", teilte die Gemeinde kürzlich via Instagram mit: Leider seien die Bodenschwellen "immer öfter über den Gehweg umfahren" worden, heißt es weiter.
"Deshalb haben wir jetzt Umlaufsperren montiert. Damit Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kindern dort sicher unterwegs sind!", so die Gemeinde. Die Aufforderung: "Fahrt langsam, bleibt aufmerksam und nehmt Rücksicht aufeinander, dann funktioniert auch das Miteinander."
Debatte über Temposchwellen: ADFC äußert sich kritisch
Der ADFC München, der solche Temposchwellen bislang kritisch beäugt hatte, bleibt dabei: "Mit jeder weiteren Schwelle wird die Strecke vor der Kugler Alm für die Schwächsten im Verkehr gefährlicher, für Kinder, ältere Radfahrende, Menschen mit Rollator oder Rollstuhl und für alle, die mit Lastenrad oder Kinderanhänger unterwegs sind", so ADFC-Chef Andreas Schön zur AZ. "Diese Menschen können die Hindernisse nicht so einfach überfahren, sie riskieren einen Sturz, insbesondere bei Nässe. Genau diese Gruppen brauchen aber sichere Radverbindungen."
Gleichzeitig würden "sportliche Radfahrende ihr Fahrverhalten dadurch kaum ändern", so der ADFC-Chef. Schon im Sommer 2025 war es zudem im Bereich der angebrachten Schwellen prompt zu einem Unfall mit einem verletzten Rennradler aus München gekommen.
Kai Pflaume macht auf Instagram auf die Bodenschwellen aufmerksam
Unter Bewohnern gibt es aber auch Befürworter der Maßnahmen, genauso wie unter Radlern. Moderator Kai Pflaume sprach – an der Stelle auf dem Rennrad anhaltend – auf Instagram von einer "notwendigen Verkehrserziehungsmaßnahme".
Es gebe viele Leute, die sich sehr darüber aufregten. "Ja, macht den Schnitt kaputt – ja, ist doof", witzelte er, gewiss auch ein wenig selbstironisch. Denn für viele ehrgeizige Radler zählt neben den zurückgelegten Kilometern auch die Zeit.